Patienteninformation · Orthopädie & Unfallchirurgie

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Evidenzbasierte Informationen zu orthopädischen Erkrankungen – mit konkreten Empfehlungen für Alltag, Bewegung und Selbstmanagement. Kein Ersatz für das Arztgespräch, aber eine fundierte Vorbereitung darauf.

Diagnosen nach Körperregion
Alle Diagnosen im Überblick

Diagnosen nach Körperregion

46 ausführliche Informationsblätter, sortiert nach Lokalisation. Wählen Sie eine Diagnose für Beschreibung, Selbstmanagement, Übungen und häufige Fragen.

Wirbelsäule & Nacken9 Diagnosen
Schulter6 Diagnosen
Hüfte4 Diagnosen
Knie5 Diagnosen
Fuß & Sprunggelenk9 Diagnosen
Hand, Handgelenk & Ellenbogen9 Diagnosen
Sportverletzungen & Traumatologie4 Diagnosen
Querschnittsthema

Arthrose &
Gelenkverschleiß

Arthrose betrifft alle großen Gelenke. Die Grundprinzipien ähneln sich – die konkreten Übungen und Belastungsempfehlungen sind gelenkspezifisch.

Wirbelsäule

Chronischer unspezifischer Rückenschmerz (LWS-Syndrom)

Was ist das?

Bei den meisten Rückenschmerzen – rund 85 von 100 Fällen – lässt sich keine klar definierbare Einzelursache wie ein Bandscheibenvorfall oder eine Fraktur nachweisen. Man spricht dann von nicht-spezifischem Kreuzschmerz oder Lendenwirbelsäule-Syndrom: Die Schmerzen entstehen durch ein Zusammenspiel aus muskulärer Verspannung, Fehlbelastung, eingeschränkter Beweglichkeit und manchmal auch psychosozialen Belastungsfaktoren.

Zum Verständnis: Stellen Sie sich den Rücken wie ein Zelt vor: Die Wirbelsäule ist die Stange, die Muskeln sind die Spannseile. Sind die Seile ungleichmäßig gespannt oder zu schwach, gerät das ganze Zelt in Schieflage – auch ohne dass die Stange selbst beschädigt ist.

Als chronisch gilt der Schmerz, wenn er länger als zwölf Wochen anhält. Das ist häufig – aber gut behandelbar, vor allem mit aktiven Maßnahmen.

Typische Beschwerden & Warnsignale

Betroffene berichten typischerweise von einem dumpfen Ziehen oder Steifheitsgefühl im unteren Rücken, das morgens besonders ausgeprägt ist und sich nach kurzer Bewegung bessert. Typisch sind Verspannungen der Rückenstreckmuskulatur, eine eingeschränkte Vorwärtsbeugung sowie Schmerzen nach langem Sitzen oder Stehen.

Warnsignale – bitte sofort ärztlich abklären

  • Plötzliche Schwäche oder Lähmung in einem oder beiden Beinen
  • Taubheitsgefühl im Bereich des Schritts oder der Oberschenkelinnenseite beider Seiten
  • Unkontrollierbarer Harn- oder Stuhlabgang (mögliches Cauda-equina-Syndrom – Druck auf das Nervenbündel im unteren Wirbelkanal, ein Notfall)
  • Fieber zusammen mit neu aufgetretenen Rückenschmerzen
  • Starke Rückenschmerzen nach Unfall oder Sturz
  • Schmerzen ausschließlich nachts, die sich durch keine Lageänderung bessern
  • Bekannte Tumorerkrankung in der Vorgeschichte
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust in Verbindung mit Rückenschmerzen

Was Sie selbst tun können

Alltagsverhalten

Bewegung ist Therapie – nicht Schonung. Kurze Spaziergänge und Alltagsbewegungen sind besser als Bettruhe. Wechseln Sie alle 30–45 Minuten die Körperhaltung. Wichtig ist die Abwechslung, nicht die ideale Position.

Bewegung & Training

Gehen, Schwimmen, Radfahren und Nordic Walking sind besonders geeignet. Rumpfkräftigung (Gesäß, Bauch, Rückenstreckmuskulatur) ist langfristig die wirksamste Maßnahme. Yoga und Pilates zeigen vergleichbare Effekte wie klassische Physiotherapie.

Schlaf & Regeneration

Schlechter Schlaf und Rückenschmerz verstärken sich gegenseitig. In Seitenlage: Kissen zwischen den Knien. In Rückenlage: kleine Rolle unter den Knien. Mittelharte Liegefläche ist ideal. Bauchlage möglichst vermeiden.

Ergonomie & Arbeitsplatz

Monitoroberkante auf Augenhöhe, Unterarme waagerecht, Füße flach auf dem Boden. Beim Heben: Knie beugen, Last nah am Körper. Höhenverstellbarer Schreibtisch ist eine lohnende Investition.

Schuhwerk & Einlagen

Gut dämpfende Schuhe federn Stöße ab und entlasten die Wirbelsäule. Hochabsätzige Schuhe begünstigen ein Hohlkreuz. Bei Fußfehlstellung kann eine Einlagenversorgung sinnvoll sein – bitte ansprechen.

Gewicht

Jedes Kilogramm weniger entlastet die Wirbelsäule messbar. Eine schrittweise Gewichtsreduktion bei Übergewicht ist eine der nachhaltigsten Maßnahmen – mit direktem Effekt auf Schmerz und Beweglichkeit.

Was wir in der Praxis tun

Der erste Schritt ist eine gründliche Untersuchung: Wir klären ab, ob Ihre Rückenschmerzen tatsächlich nicht-spezifisch sind oder ob eine behandlungsbedürftige Ursache dahintersteckt. Allein das Wissen, dass kein gefährlicher Befund vorliegt, hat einen nachgewiesenen schmerzlindernden Effekt.

Konservative Maßnahmen

Gezielte Physiotherapie mit aktivem Übungsprogramm, bei Bedarf kurzzeitige manuelle Therapie zur Bewegungsübung, Wärmebehandlung sowie bei ausgeprägten Schüben eine kurzfristige medikamentöse Unterstützung. Wenn kleine Wirbelgelenke (Facettengelenke) als Schmerzquelle im Vordergrund stehen, können gezielte gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen) hilfreich sein.

Operative Optionen

Eine Operation ist beim nicht-spezifischen Lendenwirbelsäule-Schmerz in der Regel nicht angezeigt. Falls sich im Verlauf ein spezifischer Befund zeigt, besprechen wir das offen mit Ihnen – ohne Druck und mit klarer Aufklärung über Nutzen und Risiken.

Übungen für zu Hause

Alle Übungen schmerzadaptiert durchführen. Ein leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist ein Stoppsignal. Beginnen Sie mit weniger Wiederholungen und steigern Sie sich über Wochen.

1

Knie-zur-Brust-Zug

Mobilität
1–2× täglich 3× 20–30 Sek.

Ausgangsposition

Rückenlage, beide Knie angewinkelt, Füße flach auf dem Boden

Durchführung

Ein Knie mit beiden Händen sanft zur Brust ziehen bis leichtes Dehngefühl im Gesäß und unteren Rücken entsteht. Ruhig weiteratmen. Seite wechseln oder beide Knie gleichzeitig.

Gegenbein bleibt entspannt auf dem Boden. Kopf liegt flach, nicht mitziehen.
2

Beckenkippung (Pelvic Tilt)

Stabilität
1× täglich 10–15 Wdh.

Ausgangsposition

Rückenlage, Knie gebeugt, Füße hüftbreit auf dem Boden, Arme seitlich entspannt

Durchführung

Lendenwirbelsäule langsam in den Boden drücken – Bauchnabel zieht nach innen-unten. 5 Sek. halten, lösen, kurz Gegenrichtung (kleines Hohlkreuz). Das ist eine Wiederholung.

Kleine, bewusste Bewegung – kein Kraftakt. Atem nicht anhalten.
3

Brücke (Glute Bridge)

Kraft
1–2× täglich 10–15 Wdh.

Ausgangsposition

Rückenlage, Knie gebeugt, Füße hüftbreit auf dem Boden, Arme seitlich

Durchführung

Gesäß und Bauch leicht anspannen, Becken langsam heben bis Oberschenkel, Becken und Rumpf eine Linie bilden. 5 Sek. halten, kontrolliert absenken. Steigerung: einbeinige Brücke.

Keine Überstreckung der Hüfte. Kraft kommt aus dem Gesäß, nicht aus dem Rücken.
4

Vierfüßler-Diagonale (Bird-Dog)

Koordination
1–2× täglich 8–10 Wdh. je Seite

Ausgangsposition

Vierfüßlerstand – Knie unter Hüften, Hände unter Schultern, Rücken neutral

Durchführung

Rechten Arm und linkes Bein gleichzeitig strecken, 5 Sek. halten, kontrolliert zurückführen. Dann Gegenseite. Langsam und bewusst – kein Schwingen.

Blick zum Boden. Hals bleibt verlängert. Kein Hohlkreuz: Wasserwaage auf dem Rücken vorstellen.
5

Katze-Kuh (Cat-Cow)

Mobilität
1–2× täglich 10–15 Zyklen

Ausgangsposition

Vierfüßlerstand

Durchführung

Langsam wechseln: Rücken runden (Kopf nach unten, Becken nach innen) – dann sanft absenken (Blick vorne-oben, Becken nach hinten-oben). Fließende Bewegung, kein Rucken.

Atmung einbeziehen: beim Runden ausatmen, beim Absenken einatmen. Ca. 4–5 Sek. pro Richtung.
6

Kindshaltung (Child's Pose)

Dehnung
1–2× täglich 3× 30–60 Sek.

Ausgangsposition

Kniestand, Gesäß zu den Fersen absenken, Arme nach vorne strecken, Stirn ablegen

Durchführung

In der Position entspannen. Tief durch die Nase einatmen, durch den Mund ausatmen. Bei jedem Ausatmen löst sich der untere Rücken etwas mehr. Besonders morgens und abends geeignet.

Bei Knieschmerzen: gefaltetes Handtuch unter Knie oder zwischen Gesäß und Fersen legen.

Detaillierte Anleitung: Rumpfstabilisation bei Rückenschmerzen

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Wirbelsäulen-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis es besser wird?
Das lässt sich nicht pauschal sagen – der Verlauf ist individuell. Viele Betroffene merken nach einigen Wochen regelmäßiger aktiver Therapie eine deutliche Besserung. Chronische Beschwerden, die sich über Monate aufgebaut haben, brauchen entsprechend Zeit. Entscheidend ist nicht die Geschwindigkeit, sondern die Richtung: Wer regelmäßig aktiv bleibt, hat die besten Langzeitaussichten.
Darf ich trotz Schmerzen Sport treiben?
Ja – in der Regel sogar ausdrücklich empfohlen. Moderate Bewegung ist keine Gefahr für die Wirbelsäule, sondern eine der wirksamsten Therapien. Schmerz ist ein Signal, kein absolutes Verbot. Wenn ein bestimmter Sport akut starke Schmerzen auslöst, pausieren Sie kurz und wählen eine schonendere Alternative (z.B. Schwimmen statt Laufen). Dauerhafter Bewegungsverzicht verschlechtert die Situation in fast allen Fällen.
Wann brauche ich ein MRT oder Röntgen?
Bei typischen nicht-spezifischen Rückenschmerzen ohne Warnsignale ist Bildgebung in den ersten Wochen meist nicht erforderlich – und ändert den Behandlungsplan häufig nicht. Viele MRT-Befunde (z.B. kleine Bandscheibenvorwölbungen) kommen auch bei Menschen ohne Schmerzen vor. Wenn Warnsignale vorliegen, die Beschwerden nach 4–6 Wochen Therapie nicht besser werden oder eine Operation diskutiert wird, entscheiden wir gemeinsam über Bildgebung.
Wann ist eine Operation sinnvoll?
Beim nicht-spezifischen Lendenwirbelsäule-Schmerz ist eine Operation selten die richtige Antwort – die meisten Betroffenen profitieren dauerhaft mehr von einem konsequenten aktiven Programm. Wenn sich im Verlauf ein spezifischer Befund zeigt, der auf konservative Maßnahmen nicht anspricht, besprechen wir operative Optionen offen und ohne Druck.
Wie kann ich Rückfälle verhindern?
Rückfälle sind häufig – aber nicht unausweichlich. Die stärksten Schutzfaktoren sind: regelmäßige Rumpfkräftigung als Dauergewohnheit (nicht nur in Therapiephasen), ausreichend Schlaf, Stressmanagement, Gewichtsstabilität und eine ergonomisch angepasste Arbeitssituation. Wer in ein aktives Selbstmanagement gefunden hat, kommt aus Rückfällen deutlich schneller heraus.
Bitte vorstellen bei: Verschlechterung, starken oder neu ausstrahlenden Schmerzen, Taubheitsgefühlen, Schwäche in den Beinen, Blasen- oder Darmproblemen sowie allen Symptomen, die Sie als neu oder ungewöhnlich empfinden. Im Zweifel immer früher als später.
Wirbelsäule

Akuter Rückenschmerz – Lumbago & Lumboischialgie

Was ist das?

Lumbago (Hexenschuss) bezeichnet den plötzlich einsetzenden akuten Kreuzschmerz, oft nach einer Fehlbewegung oder Überbelastung. Bei zusätzlicher Ausstrahlung ins Bein entlang des Ischiasnerv spricht man von Lumboischialgie. Die meisten akuten Episoden bessern sich innerhalb von 1–4 Wochen deutlich – aktiv bleiben ist entscheidend.

Zum Verständnis: Ein Hexenschuss ist wie ein Muskelkrampf in der Wade, nur im Rücken: heftig und beängstigend, aber kein Zeichen für einen ernsten Schaden. So wie sich ein Wadenkrampf löst, beruhigt sich auch der Rücken wieder.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Taubheit im Schritt oder Blasen-/Darmprobleme (Cauda equina – Nervenbündel im unteren Wirbelkanal, ein Notfall)
  • Progrediente Muskelschwäche im Bein
  • Starke Rückenschmerzen nach Trauma oder Sturz
  • Fieber zusammen mit Rückenschmerzen

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Plötzlich einsetzende starke Schmerzen im Kreuzbereich, oft nach Heben oder Drehen. Schmerz kann ins Gesäß oder Bein ausstrahlen. Starke Bewegungseinschränkung.

Aktiv bleiben

Kurze Spaziergänge helfen mehr als Bettruhe. Schonhaltungen nach 1–2 Tagen abbauen.

Stufenlagerung

Unterschenkel auf Stuhl oder Kissen, 90° im Knie – entlastet Lendenwirbelsäule akut und sehr wirksam.

Wärme

Wärmflasche oder Körnerkissen entspannen verspannte Muskulatur.

Rückkehr zur Arbeit

Bei Büroarbeit oft nach wenigen Tagen möglich. Wechsel zwischen Sitzen, Stehen, Gehen.

Was wir in der Praxis tun

Aufklärung über meist günstige Prognose. Vermeidung unnötiger Bildgebung in den ersten Wochen bei typischem Verlauf.

Konservative Maßnahmen

Kurzfristige medikamentöse Unterstützung (NSAR), manuelle Therapie, gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen) bei ausgeprägter Ischialgie, Physiotherapie mit Aktivierungsübungen.

Operative Optionen

Eine Operation ist beim akuten unspezifischen Rückenschmerz nicht angezeigt.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Stufenlagerung

Entlastung
Bei Bedarf20–30 Min.

Ausgangsposition

Rückenlage, Unterschenkel auf Stuhl oder Kissen (90° im Knie)

Durchführung

In dieser Position entspannen, ruhig atmen. Lindert akuten Schmerz durch Entlastung der Lendenwirbelsäule-Strukturen.

Nicht dauerhaft – nach Schmerzlinderung aktiv werden.
2

Sanftes Knie-Pendeln

Mobilität
Mehrmals täglich10 Wdh.

Ausgangsposition

Rückenlage, beide Knie angewinkelt

Durchführung

Knie langsam zur einen Seite kippen, kurz halten, zurück. Kleine, schmerzfreie Bewegungen im Wechsel.

Nur in schmerzfreiem Bereich bewegen.
3

Kurze Geheinheiten

Aktivierung
3–5× täglich5–15 Min.

Ausgangsposition

Stehend, bequeme dämpfende Schuhe

Durchführung

Langsames, entspanntes Gehen in ebenem Gelände. Dauer täglich um 2–5 Min. steigern.

Nordic-Walking-Stöcke als Unterstützung erlaubt.

Detaillierte Anleitung: Akuter Rückenschmerz – Lumbago & Lumboischialgie

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Wirbelsäulen-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Hexenschuss?
Die meisten akuten Episoden bessern sich innerhalb von 1–4 Wochen deutlich. Aktiv bleiben statt schonen ist der wichtigste Faktor.
Was tun bei Ischias-Schmerzen im Bein?
Sanfte Bewegung hilft. Bei Taubheit, Kribbeln oder Schwäche bitte früh vorstellen. Starke Beinschmerzen können mit gezielten gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen) rasch gelindert werden.
Wann darf ich wieder arbeiten?
Bei sitzender Tätigkeit oft nach 2–5 Tagen möglich. Frühzeitige Wiederaufnahme mit angepassten Tätigkeiten ist meist besser als langes Fehlen.
Bitte vorstellen bei: Ausstrahlenden Beinschmerzen mit Taubheit oder Schwäche, Blasen-/Darmproblemen, Fieber oder Schmerzen nach Trauma.
Wirbelsäule

Bandscheibenvorfall LWS(Prolaps / Radikulopathie)

Was ist das?

Bei einem Bandscheibenvorfall tritt der gallertartige Kern der Bandscheibe durch den Faserring aus und kann Nervenwurzel komprimieren. Am häufigsten betroffen sind L4/5 und L5/S1. Wichtig: Die meisten Vorfälle bilden sich unter konservativer Therapie innerhalb von 6–12 Wochen zurück, da das vorgefallene Gewebe enzymatisch abgebaut werden kann.

Zum Verständnis: Die Bandscheibe ist wie ein Gelkissen zwischen zwei Wirbeln. Beim Vorfall tritt etwas Gel an den Rand und drückt auf einen Nerv – ähnlich wie Zahnpasta, die seitlich aus der Tube quillt. Der Körper baut dieses Gel mit der Zeit von selbst wieder ab.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Taubheit im Schritt oder Blasen-/Stuhlabgang (Cauda equina – Nervenbündel im unteren Wirbelkanal, ein Notfall)
  • Progrediente (zunehmende) Schwäche in Fuß oder Bein
  • Beidseitige Beinschmerzen gleichzeitig

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Rückenschmerzen kombiniert mit Beinschmerzen entlang eines Hautversorgungsgebiet eines Nervs (z.B. Außenseite Oberschenkel bis Fuß bei L5). Kribbeln oder Taubheit. Schmerzverstärkung beim Sitzen.

Aktiv bleiben

Bettruhe verzögert die körpereigener Abbau. Gehpausen und schmerzadaptierte Bewegung fördern die Heilung.

Lagerung

Stufenlagerung (Hüfte und Knie 90°) entlastet Nervenwurzel. Seitenlage mit Kissen zwischen den Knien.

Schmerzmittel

NSAR kurzfristig nach Rücksprache ermöglichen Bewegung.

Lasten meiden

In der Akutphase keine Lasten über 5 kg. Beim Heben: Knie beugen, Last nah am Körper.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung zur Bestimmung der betroffenen Nervenwurzel. MRT bei Warnsignalen oder geplanter Intervention.

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie (McKenzie-Methode, Rumpfstabilisation), NSAR, an die Nervenwurzel gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) bei ausgeprägter Nervenwurzelreizung (Radikulopathie).

Operative Optionen

Bei zunehmender Lähmung, Cauda-equina-Syndrom (Druck auf das Nervenbündel im unteren Wirbelkanal) oder nach 6–12 Wochen erfolgloser Therapie.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Rückenstreckung in Bauchlage (McKenzie)

Mobilität
Mehrmals täglich10 Wdh.

Ausgangsposition

Bauchlage, Hände unter den Schultern

Durchführung

Oberkörper mit Armen aufstützen, Becken bleibt am Boden. Kurz halten, langsam ablegen. Nur soweit schmerzfrei.

Zunahme der Beinschmerzen: abbrechen. Verlagerung des Schmerzes Richtung Rücken ist positives Zeichen.
2

Nervenmobilisation (Nervengleit-Übung)

Mobilität
1–2× täglich10 je Seite

Ausgangsposition

Rückenlage, Hüfte 90°, Knie gestreckt

Durchführung

Fuß abwechselnd anziehen (Anheben des Fußes/der Hand nach oben) und strecken – sanftes Gleiten des Ischiasnerv. Kleiner Bewegungsumfang.

Nur leichtes Ziehen. Nie in starken Schmerz hinein.
3

Beckenkippung (Pelvic Tilt)

Stabilität
1× täglich10–15 Wdh.

Ausgangsposition

Rückenlage, Knie gebeugt

Durchführung

Lendenwirbelsäule aktiv in den Boden drücken, 5 Sek. halten. Aktiviert tiefe Wirbelsäulen-Stabilisatoren.

Atem nicht anhalten.

Detaillierte Anleitung: Bandscheibenvorfall Lendenwirbelsäule

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Wirbelsäulen-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

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Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Bildet sich ein BSV von selbst zurück?
Häufig ja. Der Körper kann vorgefallenes Gewebe enzymatisch resorbieren. Große Vorfälle bilden sich oft besser zurück als kleine Vorwölbungen. Geduld und aktive Therapie sind entscheidend.
Wann ist eine Operation nötig?
Bei zunehmender Lähmung, Cauda-equina-Syndrom (Druck auf das Nervenbündel im unteren Wirbelkanal) oder nach 6–12 Wochen erfolgloser Therapie mit anhaltend starken Beinschmerzen.
Darf ich trotz BSV Sport treiben?
Gehen, Schwimmen und sanftes Radfahren meist gut verträglich. Keine Stoßbelastungen in der Akutphase.
Bitte vorstellen bei: Zunehmender Schwäche im Bein, Taubheit im Schritt oder Blasen-/Darmstörungen.
Wirbelsäule

Bandscheibenvorfall HWS(Zervikale Radikulopathie)

Was ist das?

Ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule komprimiert Nervenwurzel, die in Arm und Hand ausstrahlen – am häufigsten in C5/6 und C6/7. Charakteristisch ist entlang des Versorgungsgebiets eines Nervs ausstrahlender Armschmerz (in den Arm ausstrahlender Schmerz) mit Kribbeln oder Taubheit in der Hand. Bei Rückenmarkskompression (Rückenmarksschädigung) können Gangstörungen auftreten – dringend abzuklären.

Zum Verständnis: Wie beim Bandscheibenvorfall im unteren Rücken, nur am Hals: Das Gelkissen drückt auf einen Nerv, der in den Arm zieht. Deshalb spürt man den Schmerz oft im Arm, obwohl die Ursache im Nacken liegt – wie ein verklemmtes Kabel, das am anderen Ende Störungen verursacht.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Gangstörung, Stolpern, Koordinationsprobleme (Rückenmarksschädigung, dringend)
  • Progrediente Armlähmung oder Handmuskelschwäche
  • Blasen-/Darmstörungen
  • Taubheit beider Hände gleichzeitig

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Nackenschmerzen mit entlang des Versorgungsgebiets eines Nervs ausstrahlenden Armschmerzen. Kribbeln oder Taubheit in Fingern. Schmerzverstärkung bei Rückwärtsneigung des Kopfes.

Haltung

Chin-tuck-Haltung entlastet Halswirbelsäule-Bandscheiben. Bildschirm auf Augenhöhe. Kein Kopfkippen beim Handy-Schauen.

Schlafposition

Seitenlage mit Nackenkissen in Neutralstellung. Dicke weiche Kissen vermeiden.

Ruhigstellung abbauen

Kurzfristig OK, dann aktive Bewegungsübung. Kein Halswirbelsäule-Kragen längerfristig ohne ärztliche Empfehlung.

Wärme

Wärme im Nacken entspannt Begleitmuskulatur. Stressreduktion hat positiven Effekt.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung zur Bestimmung der betroffenen Nervenwurzel. MRT bei unklarem Befund oder geplanter Intervention.

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie (Kinnzug, statisch-haltende Kräftigung), manuelle Therapie vorsichtig, NSAR, an die Nervenwurzel gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) bei starker in den Arm ausstrahlender Schmerz.

Operative Optionen

Bei Rückenmarksschädigung (Myelopathie) oder zunehmender Lähmung. Bei reiner Nervenwurzelreizung (Radikulopathie) nach 6–12 Wochen erfolgloser Therapie.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Kinnzug (Chin Tuck)

Stabilität
Stündlich10 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend oder stehend, Blick geradeaus

Durchführung

Kinn nach hinten ziehen (Doppelkinn-Bewegung), 5 Sek. halten. Keine Beugung nach unten.

Im Alltag einbauen. Im Liegen anfangen, wenn im Sitzen schwer.
2

Statisch-haltende Nackenübungen

Kraft
1–2× täglich5 je Richtung

Ausgangsposition

Sitzend, Nacken neutral

Durchführung

Hand gegen Stirn/Schläfe/Hinterkopf drücken – Kopf bleibt in Neutralstellung. 5 Sek. halten.

Sanfter Widerstand – kein Kraftakt.
3

Schulterblatt-Kräftigung

Kraft
1× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend oder stehend

Durchführung

Schulterblätter zusammenziehen und ABSENKEN (nicht hochziehen). 3 Sek. halten. Steigerung: Ruderzug mit Theraband.

Schwache Schulterblattmuskulatur ist häufige Mitursache.

Detaillierte Anleitung: Bandscheibenvorfall Halswirbelsäule

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Wirbelsäulen-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Wie ernst ist Kribbeln im Arm?
Kribbeln und leichte Taubheit bei bekanntem BSV sind häufig und meist harmlos. Zunehmende oder dauerhafte Taubheit sowie Schwäche beim Greifen müssen rasch abgeklärt werden.
Hilft eine Halswirbelsäule-Schiene?
Kurzfristig (1–3 Tage) kann eine weiche Schiene entlasten. Längere Tragedauer schwächt die Halsmuskulatur.
Bildet sich der Halswirbelsäule-Vorfall zurück?
Häufig ja – ähnlich wie bei Lendenwirbelsäule. Oft innerhalb von Monaten.
Bitte vorstellen bei: Gangstörung, beidseitiger Taubheit, Blasen-/Darmproblemen oder rascher Zunahme der Armlähmung.
Wirbelsäule

Spinalkanalstenose(Neurogene Claudicatio)

Was ist das?

Bei der Spinalkanalstenose ist der Wirbelkanal durch degenerative Veränderungen (verdickte Bänder, knöcherne Anbauten, verdickte kleine Wirbelgelenke) eingeengt. Nerven werden bei Belastung komprimiert. Typisch ist die vom Nerv ausgehende belastungsabhängiger Beinschmerz (Claudicatio): Beinschmerz beim Gehen, Besserung im Sitzen/Vorbeugen – beim Fahrradfahren (gebeugte Haltung) deutlich weniger Beschwerden.

Zum Verständnis: Der Wirbelkanal ist wie ein Tunnel für die Nerven. Bei der Enge wird der Tunnel zu schmal. Beim Vorbeugen (z.B. auf dem Fahrrad) wird er weiter, beim aufrechten Gehen enger – deshalb können Betroffene oft lange Rad fahren, aber nur kurze Strecken gehen.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Rasch zunehmende Beinlähmung
  • Blasen-/Darmstörungen
  • Massiver Ruheschmerz trotz Therapie

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Schmerzen oder Schweregefühl in den Beinen beim Gehen, die sich im Sitzen bessern. Verkürzte Gehdistanz. Fahrradfahren oft besser verträglich als Gehen.

Gehstrategie

Kurze Gehetappen mit Pausen im Sitzen oder Vorbeugen. Nordic Walking mit Stöcken entlastet Lendenwirbelsäule.

Fahrrad bevorzugen

Radfahren in leicht vorgebeugter Haltung erweitert den Wirbelkanal – meist besser verträglich als Gehen.

Hilfsmittel

Rollator oder Nordic-Walking-Stöcke verlängern die Gehdistanz deutlich.

Schlafen

Seitenlage mit angewinkelten Knien (Embryohaltung) entlastet den Wirbelkanal optimal.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung, MRT zur Bestimmung des Stenosegrades. Differenzierung von vaskulärer belastungsabhängiger Beinschmerz (Claudicatio).

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie mit Beugeübungen, gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen) (an die Nervenwurzel, in den Wirbelkanal), Hilfsmittelversorgung.

Operative Optionen

Bei erheblicher Einschränkung trotz konservativer Therapie oder zunehmender Lähmung.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Knie-Brust-Zug beidseits

Entlastung
Mehrmals täglich5× 30 Sek.

Ausgangsposition

Rückenlage

Durchführung

Beide Knie zur Brust ziehen, Rundung der Lendenwirbelsäule erzeugen. Wirbelkanal wird maximal erweitert. Schnelle Linderung nach Gehbelastung.

Auf einer Bank im Sitzen vorbeugen hat denselben Effekt.
2

Stationäres Fahrradergometer

Ausdauer
3–5× wöchentlich20–40 Min.

Ausgangsposition

Ergometer, leicht vorgebeugter Oberkörper

Durchführung

Mäßige Intensität, Lendenwirbelsäule leicht gebeugt. Ausdauertraining ohne Stehbelastung.

Besser verträglich als Gehen – regelmäßig nutzen.
3

Brücke (Flexions-betont)

Kraft
1× täglich12–15 Wdh.

Ausgangsposition

Rückenlage, Knie gebeugt

Durchführung

Gesäß anheben, 5 Sek. halten. beugebetonte Übungen bevorzugen.

Streckübungen können Stenose-Schmerz verstärken.

Detaillierte Anleitung: Spinalkanalstenose

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Wirbelsäulen-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Warum kann ich Fahrrad fahren aber kaum gehen?
Beim Radfahren ist der Rumpf gebeugt – das erweitert den Wirbelkanal. Beim aufrechten Gehen wird der Kanal enger. Charakteristisches Zeichen der neurogenen belastungsabhängiger Beinschmerz (Claudicatio).
Wann ist eine Operation sinnvoll?
Bei erheblicher Einschränkung trotz konservativer Therapie oder zunehmender Lähmung. Studien zeigen, dass OP und konservative Therapie nach 2–4 Jahren oft ähnliche Ergebnisse haben.
Verschlechtert sich Stenose immer?
Nicht zwangsläufig. Viele Betroffene bleiben über Jahre stabil. Aktive Physiotherapie und Gehstrategie verbessern die Lebensqualität dauerhaft.
Bitte vorstellen bei: Rasch zunehmender Beinlähmung, Blasen-/Darmproblemen oder stark eingeschränkter Gehstrecke trotz Therapie.
Wirbelsäule

Spondylarthrose & Facettengelenksyndrom

Was ist das?

Die kleine Wirbelgelenke (Facettengelenke) sind echte echte Gelenke (mit Gelenkschmiere) – sie können Arthrose entwickeln (Spondylarthrose). Bei starker Reizung entsteht ein Facettensyndrom mit Schmerzen besonders bei Streckung und Drehung. Häufig kombiniert mit Bandscheibendegeneration.

Zum Verständnis: Die kleinen Wirbelgelenke sind wie die Scharniere einer Tür. Wenn die Scharniere mit den Jahren abnutzen, knarzt und schmerzt die Bewegung – besonders beim Strecken nach hinten, so wie eine alte Tür beim Öffnen hakt.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Neue Beinschmerzen oder Taubheit
  • Rasche Verschlechterung
  • Fieber oder allgemeine Schwäche

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Rückenschmerzen bei Drehung und Rückwärtsbeugen. Morgens steif (bessert sich nach Aufwärmen). Schmerzen beim langen Stehen, Entlastung im Sitzen.

Wärme

Wärmepflaster oder Körnerkissen lindern Facettengelenkschmerz wirksam.

Bewegung

Radfahren und Schwimmen gut verträglich. Langes statisches Stehen vermeiden.

Beugung bevorzugen

Leicht vorgeneigte Tätigkeiten werden besser toleriert als aufrechtes Stehen.

Körpergewicht

Gewichtsreduktion entlastet kleine Wirbelgelenke (Facettengelenke) direkt proportional.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung, Bildgebung. Diagnostische Facetteninfiltration bei unklarem Befund.

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie, Wärmetherapie, manuelle Therapie, Facetteninfiltrationen. Bei gutem Ansprechen ggf. Radiofrequenzdenervation.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Rumpfrotation im Liegen

Mobilität
1× täglich10 je Seite

Ausgangsposition

Rückenlage, Knie gebeugt

Durchführung

Knie langsam zur Seite kippen, Schultern am Boden, 10 Sek. halten, zurück, Gegenseite.

Sanft und kontrolliert – kein Ruck.
2

Brücke (Glute Bridge)

Kraft
1× täglich12–15 Wdh.

Ausgangsposition

Rückenlage, Knie gebeugt

Durchführung

Gesäß anheben, 5 Sek. halten. Kräftigt Gesäßmuskulatur und entlastet kleine Wirbelgelenke (Facettengelenke).

Kein Überdrücken ins Hohlkreuz.
3

Sitzende Rumpfrotation

Mobilität
1–2× täglich10 je Seite

Ausgangsposition

Aufrechter Sitz

Durchführung

Oberkörper zur Seite drehen, 5 Sek. halten, zurück.

Nicht in Schmerz hineindrehen.

Detaillierte Anleitung: Spondylarthrose & Facettengelenksyndrom

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Wirbelsäulen-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Was ist eine Facetteninfiltration?
Eine gezielte Injektion von Lokalanästhetikum ± Kortison ins kleine Wirbelgelenke (Facettengelenke) – diagnostisch und therapeutisch. Oft rasch wirksam.
Ist Spondylarthrose heilbar?
Die Arthroseänderungen sind nicht reversibel, aber die Beschwerden sind gut managebar. Viele Betroffene führen mit konsequentem Selbstmanagement ein aktives, schmerzarmes Leben.
Welche Sportarten empfehlen Sie?
Schwimmen und Radfahren sind besonders geeignet. Kampfsportarten und schweres Heben mit Drehung in der Akutphase meiden.
Bitte vorstellen bei: Neuen Beinschmerzen, Taubheitsgefühlen oder rascher Verschlechterung trotz Therapie.
Wirbelsäule

HWS-Syndrom & Cervicobrachialgie

Was ist das?

Das Halswirbelsäule-Syndrom umfasst Nackenschmerzen mit oder ohne Ausstrahlung in Schulter und Hinterkopf durch degenerative Veränderungen, Muskelungleichgewichte oder Fehlbelastung. Bei entlang des Versorgungsgebiets eines Nervs ausstrahlenden Armschmerzen (Cervicobrachialgie) ist eine Nervenwurzel beteiligt. Die Prognose ist bei aktiver Therapie meistens sehr gut.

Zum Verständnis: Der Nacken trägt den Kopf wie ein Kran ein Gewicht. Hängt der Kopf ständig nach vorne (z.B. zum Handy), muss der Kran-Ausleger dauerhaft gegenhalten – die Muskeln ermüden und verspannen.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Gangstörung oder Koordinationsprobleme
  • Progrediente Armlähmung
  • Blasen-/Darmstörungen
  • Plötzlich starke ungewohnte Kopfschmerzen

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Nackenschmerzen und -steifheit, Schmerzen beim Drehen oder Seitneigen, cervikogener Kopfschmerz. Bei Cervicobrachialgie: Kribbeln oder Schwere im Arm entlang eines Hautversorgungsgebiet eines Nervs.

Haltung & Ergonomie

Monitor auf Augenhöhe. Keine Vorwärtsneigung des Kopfes beim Handy. Nicht mit eingeklemmtem Hörer telefonieren.

Wärme & Bewegung

Wärme im Nacken morgens, dann aktive Bewegungsübung. Kein dauerhaftes Ruhighalten.

Schlaf

Nackenkissen in Neutralstellung. Schulterbreite bestimmt ideale Kissenhöhe in Seitenlage.

Stress

Psychischer Stress verstärkt Nackenschmerzen nachweislich. Entspannungsübungen helfen.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung, Bildgebung bei Bedarf. Manuelle Therapie bei gegebener Indikation.

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie (Kinnzug, Schultergürtelkräftigung), manuelle Therapie, Wärme, bei Cervicobrachialgie an die Nervenwurzel gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration).

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Kinnzug (Chin Tuck)

Stabilität
Stündlich10 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend oder stehend

Durchführung

Kinn nach hinten ziehen, 5 Sek. halten. Einfachste und wirksamste Halswirbelsäule-Übung.

Im Alltag einbauen – überall durchführbar.
2

Seitenneigung & Drehung

Mobilität
2× täglich10 je Richtung

Ausgangsposition

Aufrechter Sitz

Durchführung

Ohr zur Schulter neigen, 10 Sek. halten. Kinn zur Schulter drehen, 5 Sek. halten. Ruhig und langsam.

Nie in starken Schmerz hinein bewegen.
3

Schulterblatt-Kräftigung

Kraft
1× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend oder stehend

Durchführung

Schulterblätter zusammenziehen und absenken. 5 Sek. halten. Steigerung: Ruderzug mit Theraband.

Schultern nicht hochziehen.

Detaillierte Anleitung: Halswirbelsäule-Syndrom & Cervicobrachialgie

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Wirbelsäulen-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Was ist cervikogener Kopfschmerz?
Kopfschmerzen vom Nacken ausgehend – oft einseitig, vom Hinterkopf ausstrahlend. Reagiert gut auf manuelle Therapie und Physiotherapie.
Hilft ein Nackenkissen?
Ja – wenn es die korrekte Dicke hat. Die Schulterbreite bestimmt die ideale Kissenhöhe in Seitenlage.
Darf ich trotz Nackenschmerzen Auto fahren?
Meist ja, aber Vorwärtsneigung und statisches Sitzen verstärken Beschwerden. Regelmäßige Pausen und Kinnzug-Übungen helfen.
Bitte vorstellen bei: Armlähmung, Gangstörung, starken Armschmerzen oder plötzlichen ungewöhnlichen Kopfschmerzen.
Nacken / Schulter

Myofasziales Schulter-Nacken-Syndrom

Was ist das?

Schmerzhafte Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich entstehen durch anhaltende einseitige Belastung, Fehlhaltung oder Stress. Typisch sind druckschmerzhafte Triggerpunkte, die lokalen und ausstrahlenden Schmerz (Referred Pain) verursachen. Häufig und mit konsequenter aktiver Therapie gut behandelbar.

Zum Verständnis: Triggerpunkte sind wie kleine Knoten in einem Wollpullover: ein verhärteter Punkt, der an dieser Stelle zieht und manchmal auch an einer ganz anderen Stelle Spannung erzeugt. Mit gezieltem Lösen geht der Knoten wieder auf.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Taubheit oder Kribbeln in Arm oder Hand (strukturelle Ursache ausschließen)
  • Gangstörung
  • Fieber oder starke allgemeine Schwäche

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Diffuse drückende Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich. Druckschmerzhafte Muskelpunkte (Triggerpunkte). Kopfschmerzen vom Nacken. Steifheit nach längerem Sitzen.

Bewegungspausen

Alle 30 Min. kurze Pause: Schultern kreisen, Nacken dehnen, Arme schwingen.

Wärme

Wärmepflaster oder Körnerkissen. Fördert Durchblutung und löst Verspannungen.

Eigenbehandlung

Sanfte Selbstmassage auf Triggerpunkten, 30–60 Sek. halten bis Druckschmerz nachlässt.

Stress reduzieren

Psychischer Stress ist ein starker Verstärker. Atemübungen, Yoga und ausreichend Schlaf helfen.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung zum Ausschluss struktureller Ursachen. Triggerpunkt-Behandlung, Dry Needling bei Bedarf.

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie, manuelle Therapie, Triggerpunkt-gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen), Wärmetherapie.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Nacken-Seitdehnung

Dehnung
Mehrmals täglich3× 30 Sek. je Seite

Ausgangsposition

Sitzend aufrecht

Durchführung

Ohr zur Schulter neigen, Gegenschulter aktiv absenken. Sanft mit Hand Kopf zusätzlich neigen.

Tiefes Atmen in der Dehnung intensiviert die Wirkung.
2

Schulterkreisen

Mobilität
Mehrmals täglich10 Kreise je Richtung

Ausgangsposition

Stehend oder sitzend

Durchführung

Große langsame Kreisbewegung der Schultern. Rückwärts betont Gegenbewegung zur Vorwärtshaltung.

Jederzeit und überall durchführbar.
3

Brustdehnung am Türrahmen

Dehnung
1–2× täglich3× 30 Sek.

Ausgangsposition

Im Türrahmen, Arme seitlich auf Schulterhöhe

Durchführung

Einen Schritt nach vorne machen bis Dehnung in der Brust spürbar.

Öffnet Brustkorb, korrigiert Rundrücken-Haltung.

Detaillierte Anleitung: Myofasziales Schulter-Nacken-Syndrom

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Wirbelsäulen-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

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Häufige Fragen

Sind Triggerpunkte gefährlich?
Nein. Druckschmerzhafte Muskelverhärtungen ohne strukturelle Schädigung. Mit Physiotherapie und Wärme gut auflösbar.
Hilft Massage?
Regelmäßige Massage kann kurzfristig lindern, ersetzt aber die aktive Therapie nicht.
Was verursacht das Syndrom?
Bildschirmarbeit, einseitige Belastung, Stress, Kälte-Zugluft und mangelnde Bewegung. Behandlung der Ursache ist wichtiger als Symptombehandlung.
Bitte vorstellen bei: Taubheit oder Kribbeln in Armen oder Händen, Gangstörung oder anderen ungewöhnlichen Symptomen.
Wirbelsäule

Wirbelkörper-Deformitäten(Skoliose, Kyphose, Hyperlordose)

Was ist das?

Skoliose (seitliche Verkrümmung), Kyphose (Rundrücken) und Hyperlordose (verstärktes Hohlkreuz) sind strukturelle Abweichungen der Wirbelsäule. Leichte Ausprägungen sind häufig und verursachen oft geringe Beschwerden. Höhergradige Formen können Schmerzen, muskuläre Überlastung und selten Einschränkungen der inneren Organe verursachen.

Zum Verständnis: Die Wirbelsäule ist normalerweise wie ein sanftes doppeltes S geschwungen. Bei einer Verkrümmung weicht sie davon ab – wie ein Mast, der sich leicht zur Seite neigt oder stärker krümmt. Gezieltes Muskeltraining wirkt wie zusätzliche Abspannseile.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Rasch zunehmende Verkrümmung bei Kindern/Jugendlichen (zeitnah vorstellen)
  • Atemprobleme bei Schwere-Skoliose
  • Rückenmark-Druckzeichen: Schwäche, Taubheit, Gangschwierigkeiten

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Meist beschwerdearm bei leichter Ausprägung. Bei höhergradiger Form: Rückenschmerzen, Muskelverspannung, sichtbare Fehlhaltung.

Sport

Schwimmen und Rückengymnastik besonders geeignet. Sport allgemein ist ausdrücklich empfohlen.

Kräftigung & Dehnung

Rückenstreckmuskulatur stärken, verkürzte Muskelseite dehnen. Pilates und Yoga können helfen.

Aufrechte Haltung

Bewusstes Aufrechtstehen – nicht starr, aber aktiv. Schulterblätter sanft zusammen und absenken.

Korsettversorgung

Bei Jugendlichen kann eine Korsettversorgung das Fortschreiten verlangsamen – ärztliche Beurteilung nötig.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung, Röntgen (Cobb-Winkel). Bei Kindern regelmäßige Kontrollen.

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie (Schroth-Methode bei Skoliose), Kräftigung, Korsett bei bestimmten Indikationen.

Operative Optionen

Bei Cobb-Winkel über 45–50° oder rasch zunehmend Skoliose mit Beschwerden.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Aufrichtungsübung (Wandstand)

Stabilität
1–2× täglich5× 30 Sek.

Ausgangsposition

Rücken an Wand, Fersen 5 cm entfernt, Gesäß und Schultern an Wand

Durchführung

Kopf zur Wand bringen, Nacken strecken. Körperspannung halten. Langsam als Körpergefühl verinnerlichen.

Lendenwirbelsäule kann leicht von der Wand sein.
2

Rückenstreckmuskulatur-Kräftigung

Kraft
1× täglich12–15 Wdh.

Ausgangsposition

Bauchlage, Arme neben dem Körper

Durchführung

Kopf und Brust leicht vom Boden heben, 5 Sek. halten, langsam absenken.

Kein Hochreißen. Hals bleibt verlängert.
3

Seitdehnung (bei Skoliose)

Dehnung
1–2× täglich3× 30 Sek. je Seite

Ausgangsposition

Stehend, Arm über Kopf

Durchführung

Arm der konvexen Seite über Kopf strecken und zur Gegenseite beugen. Dehnung der Konvexseite.

Richtung individuell mit Physiotherapeut klären.

Detaillierte Anleitung: Wirbelkörper-Deformitäten

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Wirbelsäulen-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Ist Skoliose vererblich?
Es gibt eine familiäre Häufung. Idiopathische Skoliose (häufigste Form) tritt oft in der Pubertät auf.
Darf ich Sport treiben?
Ja, ausdrücklich. Sport – besonders Schwimmen und Radfahren – stärkt die Rückenmuskulatur.
Wächst sich eine Skoliose aus?
Im Erwachsenenalter ist ein Fortschreiten möglich, aber langsamer als in der Wachstumsphase.
Bitte vorstellen bei: Rascher Zunahme der Verkrümmung, Atemeinschränkung oder Taubheit/Schwäche in Armen oder Beinen.
Schulter

Rotatorenmanschettendefekt(Partial- und Totalruptur)

Was ist das?

Die Rotatorenmanschette (Muskel-Sehnen-Kappe der Schulter) (oberer Schultermuskel, hinterer Schultermuskel, vorderer Schultermuskel, kleiner Rundmuskel der Schulter) stabilisiert das Schultergelenk und steuert Bewegungen. Risse entstehen traumatisch (Sturz) oder degenerativ. Am häufigsten betroffen ist die obere Schultersehne (Supraspinatussehne). Partialrupturen verursachen Schmerz, Totalrupturen oft auch Kraftverlust.

Zum Verständnis: Die Rotatorenmanschette ist wie eine Manschette aus vier Muskeln, die den Oberarmkopf in der Pfanne zentriert hält – ähnlich wie eine Hand, die einen Ball ruhig in der Schale hält. Reißt ein Teil, wird der Griff unsicher.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Akuter Kraftverlust nach Trauma
  • Starke Schultermobilitätseinschränkung
  • Rasch zunehmende Schmerzen nach Sturz

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Schmerzen bei Armheben (schmerzhafter Bogen 60–120°), Nachtschmerzen beim Seitliegen, Kraftminderung bei Auswärtsdrehung und Anheben des Arms.

Schonhaltung vermeiden

Arm moderat bewegen – vollständige Ruhigstellung fördert Verklebungen.

Überkopf-Lasten

Schwere Überkopftätigkeiten in der Akutphase meiden.

Schlaf

Nicht auf der betroffenen Seite schlafen. Kissen unter den Arm auf der gesunden Seite.

Kühlung & Wärme

Bei akutem Schmerz: Kühlung 10–15 Min. Im subakuten Stadium: Wärme vor Übungen.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung (spezifische Schultertests), Ultraschall, ggf. MRT.

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie (Skapulastabilisation, Außenrotationskräftigung, Pendelübungen), gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen), Stoßwellentherapie.

Operative Optionen

Bei traumatischer Totalruptur mit Kraftlosigkeit oder nach 3–6 Monaten erfolgloser Therapie.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Pendelübungen (Codman)

Mobilität
2–3× täglich5 Min.

Ausgangsposition

Vorgebeugt, gesunder Arm abstützen, betroffener Arm hängt frei

Durchführung

Arm locker pendeln – Kreise, Vorwärts-Rückwärts, Seitwärts. Keine Muskelkraft – Schwerkraft mobilisiert.

Kleines Gewicht (0,5 kg) verstärkt Traktion.
2

Auswärtsdrehung mit Theraband

Kraft
1× täglich3× 15 Wdh.

Ausgangsposition

Stehend, Ellbogen am Körper, 90° gebeugt

Durchführung

Unterarm nach außen drehen gegen Bandwiderstand. Langsam zurück.

Ellbogen bleibt am Körper. Kräftigt hinterer Schultermuskel.
3

Wall Slide (Skapulastabilisation)

Stabilität
1× täglich10–15 Wdh.

Ausgangsposition

Rücken an Wand, Arme in W-Position

Durchführung

Arme langsam über Kopf schieben (Y), Schulterblätter an Wand halten. Langsam zurück.

Nur so weit wie schmerzfrei. Schulterblätter nicht abheben.

Detaillierte Anleitung: Rotatorenmanschettendefekt

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Schulter- & Rotatorenmanschetten-Programm (engl., mit Video)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Muss jeder Riss operiert werden?
Nein. Viele Partialrupturen und kleine Totalrupturen werden konservativ erfolgreich behandelt. Studien zeigen nach 1–2 Jahren oft vergleichbare Ergebnisse.
Wann ist eine OP sinnvoll?
Bei traumatischer Totalruptur mit starker Kraftlosigkeit, jungen aktiven Patienten oder nach 3–6 Monaten erfolgloser Therapie.
Welche Sportarten sind erlaubt?
Rückenschwimmen, Gehen und Radfahren sind gut geeignet. Überkopfsportarten erst nach Abklingen.
Bitte vorstellen bei: Akutem Kraftverlust nach Trauma, rasch zunehmenden Schmerzen oder Schulterinstabilität.
Schulter

Impingement-Syndrom(Subakromiales Syndrom)

Was ist das?

Beim unter dem Schulterdach gelegenen Impingement werden Weichteile – vor allem die obere Schultersehne (Supraspinatussehne) und die Schleimbeutel unter dem Schulterdach – beim Heben des Arms im unter dem Schulterdach gelegenen Raum eingeklemmt. Ursachen: Fehlhaltung, Schwäche der Schultergürtelmuskulatur, knöcherne Enge. Mit gezieltem Training in den meisten Fällen gut behandelbar.

Zum Verständnis: Stellen Sie sich vor, eine Sehne läuft durch einen Türspalt. Wird der Spalt beim Armheben zu eng, klemmt die Sehne ein – wie ein Finger, der in einer Schublade eingeklemmt wird. Bessere Haltung und Kräftigung machen den Spalt wieder weiter.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Starker Kraftverlust (Rotatorenmanschettenruptur ausschließen)
  • Massives Anschwellen
  • Akutes Trauma als Auslöser

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Schmerzhafter Bogen beim Armheben (60–120°), Schmerzen beim Überkopfarbeiten, Nachtschmerzen beim Seitliegen auf der betroffenen Schulter.

Überkopfbelastung

Tätigkeiten über Schulterhöhe in der Akutphase reduzieren.

Haltung

Rundrücken engt den unter dem Schulterdach gelegenen Raum ein. Aufrechte Haltung und Schulterblatteinzug üben.

Schlafen

Nicht auf der betroffenen Seite. Rückenlage mit kleinem Kissen unter dem Schulterblatt.

Kühlung

Bei akutem Schmerz: Eispack (nie direkt auf Haut) 10–15 Min., 3× täglich.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung (Neer, Hawkins), Ultraschall. Subakromiale gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) diagnostisch und therapeutisch.

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie (Skapulastabilisation, Außenrotationskräftigung), gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen), Stoßwellentherapie.

Operative Optionen

Arthroskopische Erweiterung des Raums unter dem Schulterdach bei Hakenakromion und persistierendem Impingement nach ≥6 Monaten.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Schulterblatt-Einzug & Senkung

Stabilität
Stündlich10 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend oder stehend

Durchführung

Schulterblätter aktiv zusammenziehen UND nach unten schieben. 5 Sek. halten.

Diese Bewegung im Alltag abrufen – korrigiert die häufigste Ursache.
2

Auswärtsdrehung mit Theraband

Kraft
1× täglich3× 15 Wdh.

Ausgangsposition

Ellbogen am Körper, 90° gebeugt

Durchführung

Unterarm nach außen drehen gegen Band. Zentriert den Oberarmkopf und erweitert den Raum.

Schwacher Widerstand anfangs, langsam steigern.
3

Brustdehnung am Türrahmen

Dehnung
1–2× täglich3× 30 Sek.

Ausgangsposition

Im Türrahmen, Arme seitlich (90°)

Durchführung

Schritt nach vorne bis Dehnung in der Brust spürbar. Schultern dabei aktiv absenken.

Öffnet Brustkorb, korrigiert Rundrücken.

Detaillierte Anleitung: Impingement-Syndrom

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Schulter- & Rotatorenmanschetten-Programm (engl., mit Video)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Hilft Stoßwellentherapie?
Bei chronischen Verläufen mit Sehnenveränderungen kann Stoßwellentherapie wirksam sein – Evidenz moderat positiv.
Muss ich auf Sport verzichten?
Nicht vollständig. Schwimmen (anfangs kein Kraul), Gehen, Radfahren meist verträglich.
Wie lange dauert es?
Mit konsequentem Programm und ggf. gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen) bessern sich die meisten Fälle in 3–6 Monaten.
Bitte vorstellen bei: Starkem Kraftverlust, Schulterinstabilität oder fehlendem Ansprechen auf 8–12 Wochen Therapie.
Schulter

Subakromiale Bursitis(Schulter-Schleimbeutelentzündung)

Was ist das?

Die Schleimbeutel unter dem Schulterdach liegt zwischen Rotatorenmanschette (Muskel-Sehnen-Kappe der Schulter) und Schulterdach. Ihre Entzündung entsteht oft als Teil des Impingement-Syndroms, nach Trauma oder als isolierte Erkrankung. Im akuten Stadium kann der Schmerz sehr intensiv sein – in diesem Falle ist eine rasche gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) sehr wirksam.

Zum Verständnis: Der Schleimbeutel ist ein Gleitkissen, das wie ein wassergefülltes Polster zwischen Sehne und Knochen liegt. Entzündet er sich, ist es, als wäre das Polster heiß und prall – jede Bewegung darüber schmerzt.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Fieber oder starke Überwärmung der Schulter (Infekt ausschließen)
  • Plötzlich stärkste Schmerzen nach Trauma
  • Rapide Bewegungseinschränkung aller Richtungen (Frozen Shoulder?)

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Akuter, heftiger Schulterschmerz besonders bei Armheben und Überkopf-Tätigkeiten. Nachtschmerzen. Häufig auch Ruheschmerz im akuten Stadium.

Entlastung akut

Arm in bequemer Position halten. Schlinge kurzfristig (max. 1–2 Tage) bei starkem Schmerz.

Kühlung

Eispack auf die Schulter 10–15 Min., 3× täglich. Nie direkt auf der Haut.

Sanfte Bewegung

Pendelübungen ermöglichen schmerzarme Bewegungsübung auch im akuten Stadium.

Schlaf

Nicht auf der betroffenen Seite. Arm mit Kissen abstützen.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung, Ultraschall. Subakromiale gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) bei akuter Bursitis sehr wirksam.

Konservative Maßnahmen

gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) (Kortison sehr wirksam), anschließend Physiotherapie wie beim Impingement.

Operative Optionen

Arthroskopische Bursektomie selten nötig – meist reicht konservative Therapie.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Pendelübungen

Mobilität
2–3× täglich5 Min.

Ausgangsposition

Vorgebeugt, Arm hängt passiv

Durchführung

Arm locker pendeln lassen. Schwerkraft mobilisiert schmerzarm. Wichtigste Übung im akuten Stadium.

Keine Muskelkraft. Nur Schwerkraft.
2

Sanfte Auswärtsdrehung

Mobilität
1× täglich10 Wdh.

Ausgangsposition

Rückenlage, Ellbogen am Körper, Tuch in beiden Händen

Durchführung

Gesunder Arm schiebt betroffenen Arm in Auswärtsdrehung. Nur so weit wie schmerzfrei.

Wärme vor dieser Übung hilft.
3

Schulterblatt-Einzug

Stabilität
Mehrmals täglich10 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend oder stehend

Durchführung

Schulterblätter zusammen und absenken. 5 Sek. halten. Im Alltag einbauen.

Reduziert Impingement-Mechanismus.

Detaillierte Anleitung: Subakromiale Bursitis

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Schulter- & Rotatorenmanschetten-Programm (engl., mit Video)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Wie schnell hilft eine Kortison-gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration)?
Sehr schnell – oft bereits innerhalb von 24–48 Stunden deutliche Schmerzreduktion. Die gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) ermöglicht das Übungsprogramm.
Muss die Bursitis immer behandelt werden?
Leichte Formen klingen mit Schonung und NSAR manchmal von selbst ab. Bei starken Schmerzen ist eine gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) aber sehr effektiv und sinnvoll.
Wie unterscheidet sich Bursitis vom Impingement?
Bursitis und Impingement sind eng verwandt – häufig treten beide gleichzeitig auf. Die Bursitis ist die Entzündung des Schleimbeutels, das Impingement der zugrunde liegende mechanische Mechanismus.
Bitte vorstellen bei: Fieber, starker Überwärmung der Schulter oder rapider Bewegungseinschränkung in alle Richtungen.
Schulter

Frozen Shoulder(Adhäsive Kapsulitis)

Was ist das?

Die adhäsive Entzündung der Gelenkkapsel ist eine Entzündung und Schrumpfung der Schultergelenkkapsel mit globaler Bewegungseinschränkung in alle Richtungen. Typischer 3-Phasen-Verlauf: Einfrieren (3–9 Monate), Eingefroren (4–12 Monate), Auftauen (5–24 Monate). Heilt in den meisten Fällen vollständig aus – wird durch Therapie aber deutlich beschleunigt. Häufiger bei Frauen und Diabetikern.

Zum Verständnis: Die Schultergelenkkapsel schrumpft wie ein zu heiß gewaschener Pullover: Sie wird eng und steif, und der Arm passt nicht mehr durch den gewohnten Bewegungsumfang. Mit Geduld und Dehnung weitet sich der Pullover langsam wieder.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Fieber oder Schulterschwellung (Infektausschluss!)
  • Rascher Kraftverlust
  • Trauma als Auslöser – Ruptur ausschließen

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Starke Schmerzen und zunehmende Steifheit. Alle Bewegungsrichtungen eingeschränkt, besonders die Auswärtsdrehung. Im Einfrieren viel Schmerz, im Eingefroren viel Steife, im Auftauen schrittweise Besserung.

Wärme vor Übungen

10–15 Min. Wärme vor Übungen. Steigert Gewebedurchblutung und erleichtert Bewegungsübung.

Tägliche Übungen

Regelmäßige sanfte Bewegungsübung verhindert weiteres Einfrieren.

Schlaf

Nicht auf der betroffenen Seite. Arm mit Kissen abstützen.

Geduld

Frozen Shoulder heilt – aber es dauert. Regelmäßige Therapie kürzt den Verlauf nachweislich ab.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Diagnose (globale Bewegungseinschränkung aller Ebenen). Bildgebung zum Ausschluss anderer Ursachen.

Konservative Maßnahmen

Kortison-gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen) (besonders Einfrierphase sehr wirksam), Physiotherapie, Narkosemobilisation bei schwerer Einschränkung.

Operative Optionen

Arthroskopische Lösung der Gelenkkapsel bei ausbleibendem Ansprechen nach 12–18 Monaten.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Pendelübungen (Codman)

Mobilität
3× täglich5 Min.

Ausgangsposition

Vorgebeugt, Arm passiv hängend

Durchführung

Arm locker pendeln lassen. Kreise zunehmend größer. Kleines Gewicht (0,5 kg) möglich.

Beste Basisübung bei Frozen Shoulder – täglich ohne Ausnahme.
2

Auswärtsdrehung mit Tuch

Mobilität
2× täglich10 Wdh. / 30 Sek. halten

Ausgangsposition

Rückenlage, Ellbogen am Körper, Tuch in beiden Händen

Durchführung

Gesunder Arm schiebt betroffenen Arm in Auswärtsdrehung. Am Ende kurz halten.

Kurzes Ziehen ist normal. Kein starker Schmerz.
3

Wandklettern (Finger Walk)

Mobilität
2× täglich3 Durchgänge

Ausgangsposition

Vor Wand stehend

Durchführung

Fingerspitzen an Wand, schrittweise nach oben krabbeln bis Schmerzgrenze. Tägliche Markierung setzen.

Fortschritt dokumentieren – motiviert und zeigt Verbesserung.

Detaillierte Anleitung: Frozen Shoulder

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Schulter- & Rotatorenmanschetten-Programm (engl., mit Video)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Frozen Shoulder?
Typischerweise 12–36 Monate. Mit konsequenter Therapie und gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen) wird der Verlauf deutlich abgekürzt. Die meisten Betroffenen erholen sich vollständig.
Wann hilft eine Kortison-gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration)?
In der Einfrierphase besonders wirksam – reduziert Entzündung und Schmerz und ermöglicht das Übungsprogramm.
Muss ich operiert werden?
In der Mehrzahl nein. Arthroskopische Lösung der Gelenkkapsel erst nach 12–18 Monaten erfolgloser konservativer Therapie erwägen.
Bitte vorstellen bei: Fieber oder Schulterschwellung (Infektausschluss) sowie anhaltend starkem Schmerz ohne Besserungstendenz.
Schulter

AC-Gelenk-Arthrose(Schultereckgelenk)

Was ist das?

Das Akromioklavikulargelenk verbindet Schlüsselbein und Schulterblatt. Es kann nach Schultertrauma oder als primäre Degeneration eine Arthrose entwickeln. Gut lokalisierter Schmerz über dem Schultereck, typisch bei horizontalem Armzug vor dem Körper.

Zum Verständnis: Das Schultereckgelenk ist die kleine Verbindung, wo das Schlüsselbein auf das Schulterdach trifft – wie zwei Bauteile, die mit einem winzigen Scharnier verbunden sind. Nutzt sich dieses Scharnier ab, schmerzt vor allem das Greifen über die Gegenseite.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Akute Schultereckgelenksprengung nach Trauma
  • Starke Schwellung über dem Schultereck
  • Progrediente Schultermobilitätseinschränkung

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Schmerzen über dem Schultereck, bei horizontalem Armzug vor dem Körper (Adduktionstest) und Überkopfarbeiten. Druckschmerz über dem AC-Gelenk.

Provokation meiden

Horizontales Kreuzen der Arme und schwere Überkopflasten in der Akutphase vermeiden.

Kühlung

Bei akutem Schmerz Kühlung 10–15 Min. 3× täglich.

Ergonomie

Arbeitsplatz anpassen, sodass Arme nicht dauerhaft im Überkopfbereich gehalten werden.

Kräftigung

Stabilisierende Übungen des gesamten Schultergürtels entlasten das AC-Gelenk.

Was wir in der Praxis tun

Röntgen, klinische Untersuchung. AC-Gelenk-gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) bei starken Schmerzen sehr wirksam.

Konservative Maßnahmen

AC-Gelenk-gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen), Physiotherapie, ggf. Stoßwellentherapie.

Operative Optionen

Resektion der außenseitigen Klavikula (Mumford-OP) bei persistierenden Beschwerden.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Schulterblatt-Einzug

Stabilität
1–2× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend oder stehend

Durchführung

Schulterblätter zusammenziehen und absenken (nicht hochziehen). 3 Sek. halten.

Entlastet AC-Gelenk durch verbesserte Schulterstellung.
2

Auswärtsdrehung mit Band

Kraft
1× täglich3× 12 Wdh.

Ausgangsposition

Ellbogen am Körper, 90° gebeugt

Durchführung

Leichte Auswärtsdrehung gegen Bandwiderstand. Stabilisiert Schultergelenk ohne AC-Gelenk zu belasten.

Geringer Widerstand. Kein Überkopf-Training.
3

Stehende Ruderübung

Kraft
1× täglich3× 12 Wdh.

Ausgangsposition

Stehend, Theraband auf Brusthöhe

Durchführung

Ellbogen nach hinten ziehen, Schulterblätter zusammen. Langsam zurück.

Stärkt obere Rückenmuskulatur ohne AC-Gelenk zu belasten.

Detaillierte Anleitung: AC-Gelenk-Arthrose

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Schulter- & Rotatorenmanschetten-Programm (engl., mit Video)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Unterschied zur Schultereckgelenksprengung?
Sprengung ist ein akutes Trauma mit Bandverletzung. Arthrose entwickelt sich chronisch, oft als Spätfolge.
Hilft eine gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration)?
Sehr oft ja. Die direkte Injektion ins kleine AC-Gelenk ist bei richtiger Platzierung sehr effektiv.
Kann ich Sport treiben?
Kontaktsport und direkte Schulterbelastung in der Akutphase meiden. Schwimmen und Gehen meist verträglich.
Bitte vorstellen bei: Akuter Schultereckgelenksprengung nach Trauma, starker Schwellung oder Schulterinstabilität.
Schulter

Schultergelenksarthrose(Omarthrose)

Was ist das?

Die Omarthrose bezeichnet den Knorpelverschleiß im Schulterhauptgelenk (Schulterhauptgelenk). Sie entsteht primär (altersbedingt) oder posttraumatisch (nach Schulterbrüchen, Luxationen, Rotatorenmanschettendefekten). Typisch: zunehmende Schmerzen, Bewegungseinschränkung in alle Richtungen und Reibe- oder Knistergeräusche.

Zum Verständnis: Wie bei einem Türscharnier, dessen Beschichtung abgenutzt ist: Metall reibt auf Metall, die Bewegung wird rau und knirschend. Beim Schultergelenk ist es der Knorpel, der mit den Jahren dünner wird.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Stark rasch zunehmende Bewegungseinschränkung
  • Fieber oder Schwellung (Infekt)

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Schmerzen und Steifheit des gesamten Schultergelenks, Reibe- oder Knistergeräusche beim Bewegen, Nachtschmerzen, Kraftminderung. Alle Bewegungsrichtungen eingeschränkt.

Bewegung erhalten

Tägliche sanfte Bewegungsübung verhindert weiteres Einfrieren.

Belastung anpassen

Schwere Überkopflasten meiden. Tätigkeiten auf Brust-/Schulterhöhe bevorzugen.

Wärme

Vor Aktivität löst Steifheit. Kühlung nach Belastung bei Schmerz.

Hilfsmittel

Ergonomische Werkzeuge und Alltagshilfen entlasten die Schulter.

Was wir in der Praxis tun

Röntgen (verschmälerter Gelenkspalt, knöcherne Anbauten). gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen).

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie, gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen) (Kortison, Hyaluronsäure), Schmerztherapie.

Operative Optionen

Schultertotalendoprothese (Schulter-TEP) bei therapieresistenten Beschwerden.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Pendelübungen

Mobilität
2–3× täglich5 Min.

Ausgangsposition

Vorgebeugt, Arm passiv hängend

Durchführung

Arm locker pendeln lassen. Schwerkraft mobilisiert sanft. Tägliche Basisübung.

Regelmäßig – auch bei wenig Zeit.
2

Auswärtsdrehung im Liegen

Mobilität
2× täglich10 Wdh.

Ausgangsposition

Rückenlage, Ellbogen am Körper, Tuch oder Stock

Durchführung

Gesunder Arm bewegt betroffenen in Auswärtsdrehung. Sanft und innerhalb schmerzfreiem Bereich.

Wärme vorher steigert die Wirkung.
3

Statisch-haltende Schulterkräftigung

Kraft
1× täglich5× je Richtung

Ausgangsposition

Sitzend, Arm angewinkelt

Durchführung

Arm gegen Wand oder Hand drücken ohne Bewegung. 5 Sek. halten. Alle Richtungen.

Kräftigt ohne Gelenk zu belasten.

Detaillierte Anleitung: Schultergelenksarthrose

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Schulter- & Rotatorenmanschetten-Programm (engl., mit Video)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Hilft Hyaluronsäure?
Die Evidenz bei Omarthrose ist moderat. Bei einigen Patienten gute Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung.
Wann kommt eine Schulterprothese infrage?
Bei erheblicher Einschränkung der Lebensqualität trotz konservativer Therapie. Schulter-TEP liefert gute Langzeitergebnisse.
Kann ich schwimmen?
Rückenschwimmen meist gut verträglich. Kraul kann in der Akutphase verstärken.
Bitte vorstellen bei: Stark zunehmender Bewegungseinschränkung, Fieber oder Schwellung der Schulter.
Hüfte

Coxarthrose(Hüftgelenksarthrose)

Was ist das?

Die Coxarthrose ist Arthrose des Hüftgelenks – eine der häufigsten Arthrose-Formen und häufigste Indikation für eine Hüft-TEP in Deutschland. Frühzeitige aktive Therapie lindert Beschwerden erheblich und kann das Fortschreiten verlangsamen.

Zum Verständnis: Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk – wie ein Ball in einer Schale, beide glatt überzogen. Bei Arthrose wird dieser glatte Überzug rau, ähnlich einer abgefahrenen Reifenlauffläche. Bewegung ohne Stoßbelastung hält die Restfläche länger glatt.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Ruheschmerz oder starke Nachtschmerzen
  • Fieber oder Schwellung (Infekt)
  • Starke rasche Funktionsverschlechterung

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Leistenschmerzen, Anlaufschmerzen morgens, Schmerz bei Einwärtsdrehung, Hinken bei Fortschreiten. Schmerz kann ins Gesäß oder den Oberschenkel ausstrahlen.

Gelenkschonendes Training

Aquajogging, Radfahren, Schwimmen – optimal für Knorpelernährung ohne Stoßbelastung.

Gewicht

Jedes Kilogramm Gewichtsreduktion entlastet das Hüftgelenk mehrfach.

Schuhwerk

Gedämpfte Schuhe federn Stöße ab. Einlagen bei Beinlängenunterschied oder Fußfehlstellung.

Gehstütze

Auf der gesunden Seite kann Schmerz und Hinken deutlich reduzieren.

Was wir in der Praxis tun

Röntgen (verschmälerter Gelenkspalt, verdichteter Knochen, knöcherne Anbauten), gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) bei ausgeprägtem Schmerz.

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie (Hüftabduktorenkräftigung, Bewegungsübung), gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen), Stoßwellentherapie, Schmerztherapie.

Operative Optionen

Hüfttotalendoprothese (Hüft-TEP) bei erheblicher Einschränkung trotz konservativer Therapie.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Hüftabduktion im Liegen (Clamshell)

Kraft
1–2× täglich15 je Seite

Ausgangsposition

Seitenlage, Knie gebeugt, Band über Knie

Durchführung

Oberes Knie öffnen. 3 Sek. halten, langsam schließen.

Becken stabil halten – nicht nach hinten kippen.
2

Brücke (Glute Bridge)

Kraft
1–2× täglich12–15 Wdh.

Ausgangsposition

Rückenlage, Knie gebeugt

Durchführung

Gesäß anspannen, Becken heben bis Körper eine Linie bildet. 5 Sek. halten.

Wichtigster Hüftstabilisator.
3

Hüftmobilisation im Liegen

Mobilität
1× täglich10 je Seite

Ausgangsposition

Rückenlage, Hüfte 90°

Durchführung

Knie langsam in Auswärtsdrehung fallen lassen, zurück. Sanft und kontrolliert.

Nur in schmerzfreiem Bereich. Nicht ruckartig.

Detaillierte Anleitung: Coxarthrose

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Hüft-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Wann ist eine Hüftprothese nötig?
Bei erheblicher Einschränkung der Lebensqualität, starken Ruheschmerzen und fehlender Besserung durch konservative Therapie. Entscheidung wird individuell getroffen.
Welche Sportarten empfehlen Sie?
Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking, Aquajogging. Laufen und Hüpfsportarten erhöhen Stoßbelastung.
Hilft Hyaluronsäure?
Evidenz für Hüftarthrose schwächer als beim Knie. Bei einigen Patienten trotzdem gute Schmerzreduktion.
Bitte vorstellen bei: Ruheschmerz, Fieber, starkem Nachtschmerz oder rascher Funktionsverschlechterung.
Hüfte

Femoroacetabuläres Impingement(FAI)

Was ist das?

Beim FAI führt ein Formfehler von Hüftkopf (Cam-Typ) oder Pfannenrand (Pincer-Typ) bei Bewegung zur Einklemmung von Gelenklippe (knorpeliger Rand der Gelenkpfanne) oder Knorpel. Betroffen sind häufig junge, aktive Erwachsene. Langfristig kann FAI zu frühzeitiger Hüftarthrose führen.

Zum Verständnis: Beim Hüft-Impingement passt der Ball nicht ganz rund in die Schale – ein kleiner Vorsprung stößt bei bestimmten Bewegungen an den Rand, wie ein Schubladenkasten, der an einer Stelle klemmt, weil er nicht perfekt geformt ist.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Starker akuter Leistenschmerz nach Verdrehtrauma (Riss der Gelenklippe – des knorpeligen Rands der Gelenkpfanne)
  • Blockierungsgefühl in der Hüfte
  • Rasche Einschränkung der Hüftbeweglichkeit

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Leistenschmerz bei Hüftflexion und Einwärtsdrehung (C-Zeichen). Schmerz beim langen Sitzen, Treppengehen, Sport. Junge aktive Patienten.

Provokation meiden

Tiefes Hocken und forcierte Einwärtsdrehung in der Akutphase reduzieren.

Rumpf- & Gesäßkräftigung

Stärkt Hüftstabilisatoren und kompensiert mechanische Belastung.

Aktivität anpassen

Schwimmen und Radfahren meist gut verträglich.

Technik

Bei Läufern: Schritt und Trittfrequenz überprüfen.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung (FADIR-Test), Röntgen und MRT-Arthrographie zur Beurteilung von Gelenklippe (knorpeliger Rand der Gelenkpfanne) und Knorpel.

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie (Hüftmobilisation, Rumpfkräftigung), ins Gelenk gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration), Aktivitätsmodifikation.

Operative Optionen

Arthroskopische Cam-Resektion und/oder Gelenklippe (knorpeliger Rand der Gelenkpfanne)-Reparatur bei nachgewiesenem Schaden.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Hüftabduktion (Clamshell)

Kraft
1× täglich15 je Seite

Ausgangsposition

Seitenlage, Band über Knie

Durchführung

Knie öffnen, 3 Sek. halten. Kräftigt mittlerer Gesäßmuskel.

Becken stabil halten.
2

Brücke (Einbeinig)

Kraft
1× täglich10 je Seite

Ausgangsposition

Rückenlage, ein Knie gebeugt, anderes gestreckt

Durchführung

Gesäß heben bis zur Linie, 3 Sek. halten.

Becken waagerecht halten.
3

Hüftmobilisation (sanft)

Mobilität
1× täglich10 je Seite

Ausgangsposition

Rückenlage, Hüfte 90°

Durchführung

Knie in Auswärtsdrehung fallen lassen – nur bis zur schmerzfreien Grenze. Kein Endbereich-Stress.

Endrange-Bewegungen bei FAI gezielt vermeiden.

Detaillierte Anleitung: Femoroacetabuläres Impingement

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Hüft-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

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Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Cam vs. Pincer – was ist der Unterschied?
Cam: Hüftkopf nicht rund (Buckel). Pincer: Pfannenrand überragt Hüftkopf. Mischformen sind häufig.
Brauche ich immer eine OP?
Nein. Viele Betroffene profitieren von konservativer Therapie. Bei strukturellem Schaden (Riss der Gelenklippe – des knorpeligen Rands der Gelenkpfanne) kann Arthroskopie sinnvoll sein.
Welche Sportarten sind erlaubt?
Schwimmen und Radfahren meist verträglich. Sportarten mit extremer Hüftflexion und Einwärtsdrehung können verstärken.
Bitte vorstellen bei: Starkem akutem Leistenschmerz nach Verdrehtrauma oder plötzlicher Blockierung der Hüfte.
Hüfte

Bursitis trochanterica(Großer Rollhügel-Schmerzsyndrom)

Was ist das?

Das Greater Trochanteric Pain Syndrome umfasst Schmerzen am großer Rollhügel des Oberschenkelknochens. Ursache ist meist eine Reizung des Gluteus-medius-Ansatzes und/oder der Schleimbeutel am Hüftknochen – nicht immer eine echte Bursitis. Häufig bei Frauen mittleren Alters und Läufern.

Zum Verständnis: Am äußeren Hüftknochen liegt ein Gleitkissen, über das eine Sehne läuft. Wird es gereizt, schmerzt das Liegen auf dieser Seite – als hätte man einen Druckpunkt, der bei jedem Aufliegen wehtut.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Fieber oder Schwellung (Infekt)
  • Starker Kraftverlust beim Beinheben
  • Rasche Verschlechterung

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Lateraler Hüftschmerz, druckschmerzhaft über großer Rollhügel des Oberschenkelknochens. Schmerz beim Seitliegen, Treppengehen, Aufstehen vom Sitzen.

Seitliegen meiden

Kissen zwischen den Knien beim Seitliegen auf der gesunden Seite.

Überkreuzen meiden

Beine im Sitzen nicht überkreuzen.

Kühlung

Bei akutem Schmerz 10–15 Min., 3× täglich.

Aktivitätsanpassung

Laufumfang temporär reduzieren, weicherer Untergrund.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung, Ultraschall. gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) der Schleimbeutel sehr wirksam.

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie (Hüftabduktorenkräftigung), gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen), Stoßwellentherapie.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Hüftabduktion stehend

Kraft
1× täglich15 je Seite

Ausgangsposition

Stehend, Band am Knöchel

Durchführung

Bein zur Seite heben, 2 Sek. halten, langsam zurück.

Kein Körperschwingen. Oberkörper aufrecht.
2

Clamshell mit Band

Kraft
1× täglich15 je Seite

Ausgangsposition

Seitenlage, Band über Knie

Durchführung

Knie öffnen, 3 Sek. halten. Stärkt mittlerer Gesäßmuskel intensiver.

Langsam einsteigen.
3

IT-Band-Dehnung (sanft)

Dehnung
1–2× täglich3× 30 Sek.

Ausgangsposition

Stehend neben Wand, gesunde Seite zur Wand

Durchführung

Betroffenes Bein hinter das andere kreuzen, Hüfte sanft zur Wand drücken.

Vorsichtig – keine aggressive Dehnung in der Akutphase.

Detaillierte Anleitung: Bursitis trochanterica

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Hüft-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

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Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Ist das wirklich eine Bursitis?
Oft nicht ausschließlich. Häufig steht eine Sehnenreizung (Tendinopathie) des mittlerer Gesäßmuskel im Vordergrund. Behandlung ist ähnlich.
Hilft Kortison-gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration)?
Oft sehr rasch wirksam. Bei reiner Sehnenreizung des Gesäßmuskels ggf. weniger effektiv.
Wie lange dauert es?
Mit konsequentem Kräftigungsprogramm: 6–12 Wochen bis deutliche Besserung. Dauerhaftes Training ist der beste Rückfallschutz.
Bitte vorstellen bei: Fieber, starkem Kraftverlust beim Beinheben oder nach Trauma im Hüftbereich.
Hüfte

Hüftkopfnekrose(Avaskuläre Nekrose)

Was ist das?

Durch Minderdurchblutung des Hüftkopfes entsteht Knochenuntergang. Ursachen: Kortison, Alkohol, Sichelzellanämie, Taucherkrankheit, idiopathisch. Frühzeitige Diagnose ist entscheidend, da im Anfangsstadium gelenkerhaltende Maßnahmen möglich sind.

Zum Verständnis: Der Hüftkopf braucht Durchblutung wie eine Pflanze Wasser. Wird die Versorgung unterbrochen, wird der Knochen an dieser Stelle geschwächt – ähnlich einem Ast, der ohne Saftzufuhr brüchig wird. Früh erkannt, lässt sich die Durchblutung oft noch retten.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Stark zunehmender Ruheschmerz in der Leiste
  • Rascher Funktionsverlust
  • Hüftschmerzen bei bekannten Risikofaktoren (Kortison, Alkohol)

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Leistenschmerzen, zunächst belastungsabhängig, später auch in Ruhe. Einschränkung der Einwärtsdrehung.

Teilentlastung

Gehstützen auf der betroffenen Seite reduzieren Druck auf den Hüftkopf.

Wasserübungen

Aquajogging und Schwimmen ermöglichen Bewegung ohne Vollbelastung.

Risikofaktoren

Alkohol- und Nikotinverzicht. Kortisondosis wenn möglich reduzieren (nur in Absprache mit behandelndem Arzt).

Keine Stoßbelastung

Laufen und Springen vermeiden.

Was wir in der Praxis tun

MRT (Goldstandard zur Früherkennung), Röntgen. Regelmäßige orthopädische Verlaufskontrollen.

Konservative Maßnahmen

Entlastung, Kernbohrung (Druckentlastung des Nervs) im Stadium I–II, extrakorporale Stoßwellentherapie.

Operative Optionen

Kernbohrung im Stadium I–II, Hüft-TEP im Stadium III–IV.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Wassergymnastik

Ausdauer
3–5× wöchentlich20–30 Min.

Ausgangsposition

Im Wasser

Durchführung

Aquajogging oder Schwimmen ohne Stoßbelastung. Hält Muskulatur aktiv.

Keine Vollbelastung auf die Hüfte.
2

Liegende Hüftstabilisation

Kraft
1× täglich10 je Seite

Ausgangsposition

Seitenlage

Durchführung

Oberes Bein heben und halten, 5 Sek. Sanfte Hüftabduktion.

Langsam und kontrolliert.
3

Hüftbeuger-Dehnung

Dehnung
1× täglich3× 30 Sek.

Ausgangsposition

Kniestand, ein Bein vorn

Durchführung

Becken nach vorne schieben bis Dehnung am vorderen Oberschenkel.

Kein Überstreckung der Hüfte.

Detaillierte Anleitung: Hüftkopfnekrose

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Hüft-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

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Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Ist Hüftkopfnekrose immer ein Todesurteil für das Gelenk?
Nicht zwangsläufig. Im Stadium I–II kann Kernbohrung den Fortschritt aufhalten. Frühzeitig vorstellen!
Wie wird die Diagnose gesichert?
MRT ist der Goldstandard – deutlich sensitiver als Röntgen im Frühstadium.
Welche Risikofaktoren gibt es?
Kortison-Langzeittherapie, Alkohol, Sichelzellanämie, Taucherkrankheit, Lupus.
Bitte vorstellen bei: Stark zunehmendem Ruheschmerz, rasch eingeschränkter Gehfähigkeit oder Hüftschmerzen bei bekannten Risikofaktoren.
Knie

Gonarthrose(Kniegelenksarthrose)

Was ist das?

Die Gonarthrose ist der Knorpelverschleiß des Kniegelenks – die häufigste Gelenkarthrose überhaupt. Betrifft häufiger das innenseitige Kompartiment. Risikofaktoren: Übergewicht, frühere Knieverletzungen, Achsfehlstellungen. Mit konservativem Programm lässt sich die Beschwerdelast erheblich reduzieren.

Zum Verständnis: Das Knie ist wie ein Stoßdämpfer mit glatter Gleitfläche. Bei Arthrose wird diese Fläche rau und der dämpfende Knorpel dünner – wie ein abgefahrener Stoßdämpfer, der jeden Schlag direkt weitergibt. Starke Muskeln übernehmen einen Teil der Dämpfung.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Starker Ruheschmerz (rasches Fortschreiten)
  • Gelenkschwellung und Überwärmung (Entzündungsschub / Infekt)
  • Blockierung des Kniegelenks

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Anlaufschmerzen morgens und nach Sitzen, Belastungsschmerzen, Schmerz beim Treppensteigen, Schwellung, Reibe- oder Knistergeräusche (Knistern), Kraftminderung des vorderer Oberschenkelmuskel (Quadrizeps).

Gewicht

Jedes Kilogramm Gewichtsreduktion entlastet das Knie 4-fach – wirksamste Einzelmaßnahme.

Gelenkschonendes Trainig

Radfahren und Schwimmen optimal. Laufen individuell anpassen.

Schuhwerk

Gedämpfte Schuhe mit weichen Sohlen. Einlagen bei innenseitiger Gonarthrose.

Hilfsmittel

Gehstütze auf gesunder Seite, Bandagen oder Knie-Orthesen.

Was wir in der Praxis tun

Röntgen stehend (Gelenkspaltverschmälerung). Klinische Untersuchung. gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) bei Bedarf.

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie (Quadrizepskräftigung), Gewichtsreduktion, gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen) (Kortison, Hyaluronsäure), Orthesen.

Operative Optionen

Knie-künstliches Gelenk (Vollprothese) (Knie-TEP) oder Knochenumstellung (Umstellungsosteotomie) bei erheblicher Einschränkung.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Quadrizeps-Anspannung (statisch-haltend)

Kraft
Mehrmals täglich15 je Bein

Ausgangsposition

Sitzend, Bein gestreckt

Durchführung

Oberschenkelmuskel anspannen, Knie in Boden drücken, 5 Sek. halten.

Einfachste Quadrizepsübung ohne Gelenkstress.
2

Mini-Kniebeugen

Kraft
1× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Stehend, Füße hüftbreit

Durchführung

Knie 20–30° beugen, 3 Sek. halten, aufrichten. Knie zeigt über 2. Zehe.

Kein Schmerz in der Kniescheibe. Tiefes Hocken vermeiden.
3

Radfahren (Ergometer)

Ausdauer
3–5× wöchentlich20–40 Min.

Ausgangsposition

Ergometer, Sattel etwas höher

Durchführung

Mäßiges Tempo, kein großer Widerstand. Kreisbewegung schmiert das Gelenk und stärkt vorderer Oberschenkelmuskel (Quadrizeps).

Beste Einzelmaßnahme bei Gonarthrose.

Detaillierte Anleitung: Gonarthrose

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Knie-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Wann ist eine Knieprothese nötig?
Bei erheblicher Einschränkung, starken Ruheschmerzen und fehlgeschlagener konservativer Therapie. Indikation richtet sich nach Leidensdruck – nicht allein nach dem Röntgenbild.
Hilft Radfahren wirklich?
Ja – bei Gonarthrose eine der am besten evidenzbasierten Empfehlungen. Knorpelbelastung ohne Stoßbelastung, gleichzeitige Quadrizepsstärkung.
Was ist mit Hyaluronsäure?
Zeigt in Studien moderate Wirksamkeit, besonders in frühen und mittleren Stadien.
Bitte vorstellen bei: Stark zunehmendem Ruheschmerz, heißem und geschwollenem Kniegelenk oder Blockierung.
Knie

Meniskusverletzung & Meniskusdegeneration

Was ist das?

Meniskusrisse entstehen entweder traumatisch (Verdrehtrauma, häufig beim Sport) oder degenerativ (Verschleiß ab dem mittleren Alter). Degenerative Meniskusläsionen kommen bei vielen Menschen ohne Schmerzen vor – der Befund allein rechtfertigt keine Operation.

Zum Verständnis: Der Meniskus ist der Puffer zwischen Ober- und Unterschenkel – wie eine Gummidichtung, die Druck verteilt. Ein Riss ist oft wie ein Riss in dieser Dichtung: Im durchbluteten Außenbereich kann er heilen, im Innenbereich (ohne Blutversorgung) nicht von selbst.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Blockierung des Kniegelenks (kann sich nicht vollständig strecken)
  • Massive Schwellung nach Trauma
  • Starker Kraftverlust nach Trauma (Kreuzbandverletzung ausschließen)

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Gelenkspaltschmerz, Schwellung nach Belastung, Blockierungsgefühl, Schmerz beim Hocken und Drehen.

Kühlung akut

Nach Trauma: Kühlung 15–20 Min., Knie hochlegen, Kompressionsverband.

Bewegung erhalten

Schonende Bewegung (Radfahren, Schwimmen) hält Muskulatur aktiv.

Provokationen meiden

Tiefes Hocken und Drehmomente in der Akutphase meiden.

Quadrizepskräftigung

Wichtigster Stabilisator – schwacher vorderer Oberschenkelmuskel (Quadrizeps) erhöht Meniskusbelastung.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung (McMurray, Apley), MRT zur Beurteilung des Risses.

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie (Kräftigung von vorderer und hinterer Oberschenkelmuskulatur, Schulung des Gleichgewichts), gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen) bei Entzündungsschub.

Operative Optionen

Arthroskopische Meniskusnaht (frischer Riss, junger Patient) oder Teilresektion. Degenerative Risse: erst 3 Monate konservativ.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Quadrizeps-Anspannung (vorderer Oberschenkelmuskel)

Kraft
Mehrmals täglich15 je Bein

Ausgangsposition

Sitzend, Bein gestreckt

Durchführung

Oberschenkelmuskel anspannen, 5 Sek. halten. Kein Schmerz im Gelenk.

Wichtigste Übung nach Meniskusverletzung.
2

Terminale Knieextension

Kraft
1× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Stehend, Band hinter Knie

Durchführung

Knie aus leichter Beugung vollständig strecken gegen Widerstand.

Trainiert innerer Oberschenkelmuskel-Anteil des vorderer Oberschenkelmuskel (Quadrizeps).
3

Einbeinstand

Gleichgewichts- und Tiefenwahrnehmung
1× täglich30 Sek. je Seite

Ausgangsposition

Einbeinig stehend

Durchführung

Einbeiniger Stand, Fokus auf Kniestabilität. Steigerung auf instabiler Unterlage.

Verbessert neuromuskuläre Kontrolle.

Detaillierte Anleitung: Meniskusverletzung & Meniskusdegeneration

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Knie-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Muss ein Meniskusriss immer operiert werden?
Nein – besonders bei degenerativen Rissen ist die OP oft nicht besser als konservative Therapie. Mehrere hochwertige Studien zeigen gleichwertige Ergebnisse nach 6–12 Monaten.
Wann ist eine OP sinnvoll?
Bei echter Gelenkblockierung, frischem traumatischem Riss bei jüngerem Patienten oder anhaltend starken Beschwerden nach 3 Monaten Therapie.
Kann ein Meniskus heilen?
Nur im äußeren Drittel (rote Zone mit Blutversorgung). Innenrisse (weiße Zone) heilen nicht von selbst.
Bitte vorstellen bei: Blockierung des Kniegelenks, massiver Schwellung nach Trauma oder starkem Kraftverlust.
Knie

Patellofemorales Schmerzsyndrom(Kniescheibenschmerz)

Was ist das?

Das patellofemorale Schmerzsyndrom ist ein häufiges Schmerzproblem an der Kniescheibe, besonders bei jungen und sportlich aktiven Menschen. Ursachen: Fehlstellung der Kniescheibe, innerer Oberschenkelmuskel-Schwäche, Hüftabduktoren-Schwäche oder Überlastung. Mit gezieltem Training sehr gut behandelbar.

Zum Verständnis: Die Kniescheibe läuft in einer Gleitrinne wie ein Zug auf Schienen. Stimmt die Spur nicht – etwa weil ein Muskel zu schwach ist – reibt sie an der Seite, ähnlich einem Zug, der leicht entgleist. Das richtige Muskeltraining bringt sie zurück in die Spur.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Kniescheibe luxiert oder springt
  • Akutes Trauma
  • Massiver Gelenkerguss

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Vorderer Knieschmerz beim Treppensteigen (bergab stärker), langem Sitzen (Kino-Zeichen), Hocken, Kniebeugen.

Auslöser reduzieren

Treppensteigen, Hocken und Kniebeugen unter Schmerzschwelle halten.

Kräftigung

innerer Oberschenkelmuskel (innerer Anteil des vorderen Oberschenkelmuskels) und Hüftabduktoren gezielt stärken.

Schuhwerk

Gutes Fußgewölbe und Dämpfung. Einlagen bei Fußfehlstellung.

Taping

Kniescheibe-Taping nach McConnell kann kurzfristig Schmerz reduzieren und das Training ermöglichen.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung, Bewertung der Kniescheiben-Führung. MRT bei unklarem Befund.

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie (innerer Oberschenkelmuskel-Kräftigung, Hüftabduktoren-Training), Kniescheibe-Taping, Einlagen.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Einbeinige Kniebeuge für den inneren Oberschenkelmuskel

Kraft
1× täglich10 je Seite

Ausgangsposition

Einbeinig stehend

Durchführung

Knie über 2. Zehe 30–40° beugen, 3 Sek. halten, aufrichten. Knie nicht nach innen.

Kein Schmerz in der Kniescheibe. Kleiner Beugungswinkel anfangs.
2

Hüftabduktion stehend

Kraft
1× täglich15 je Seite

Ausgangsposition

Stehend, Band am Knöchel

Durchführung

Bein seitlich heben, kontrolliert senken. Stärkt mittlerer Gesäßmuskel.

Kein Körperschwingen.
3

Quadrizeps-Anspannung (vorderer Oberschenkelmuskel)

Kraft
Mehrmals täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend, Bein ausgestreckt

Durchführung

Kniescheibe aktiv nach oben-innen ziehen (innerer Oberschenkelmuskel), 5 Sek. halten.

Trainiert speziell den inneren Oberschenkelmuskel.

Detaillierte Anleitung: Patellofemorales Schmerzsyndrom

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Knie-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Warum tut bergab mehr weh?
Bergab ist die Belastung auf das Kniescheibengelenk deutlich größer als bergauf.
Hilft Taping?
McConnell-Taping kann kurzfristig Schmerz reduzieren und ermöglicht das Training. Kein Ersatz für das Kräftigungsprogramm.
Wie lange dauert die Behandlung?
Mit konsequentem Programm Besserung nach 6–12 Wochen. Vollständige Beschwerdefreiheit kann 3–6 Monate dauern.
Bitte vorstellen bei: Kniescheibenluxation, akutem Trauma oder massiver Kniegelenkschwellung.
Knie

Patellasehnen-Tendinopathie(Jumper's Knee)

Was ist das?

Die Patellasehnen-Sehnenreizung (Tendinopathie) ist eine degenerativ-entzündliche Veränderung der Kniescheibensehne am unterer Rand der Kniescheibe. Typisches Überlastungssyndrom bei Sprung- und Laufsportlern. Bremsend-nachgebende Übungen sind die am besten belegte Therapie.

Zum Verständnis: Die Kniescheibensehne ist wie ein Seil, das bei jedem Sprung Last trägt. Durch Überlastung entstehen feine Verschleißstellen – wie ausgefranste Fasern an einem Seil. Bremsend-nachgebende Übungen regen den Körper an, das Seil neu zu verstärken.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Akuter Riss nach Trauma (Kraftverlust beim Kniestrecken)
  • Massive Schwellung
  • Vollständige Unfähigkeit zum Treppensteigen

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Schmerz am unterer Rand der Kniescheibe, belastungsabhängig, Warm-up-Phänomen (zu Beginn besser, nach Belastung wieder stärker).

Belastungsreduktion

Sprung- und Laufbelastung temporär reduzieren – nicht vollständig einstellen.

Bremsend-nachgebendes Training

Beste Evidenz: bremsend-nachgebende Übungen täglich.

Kühlung

Nach Training: Kühlung 10–15 Min. auf den unterer Rand der Kniescheibe.

Infrapatellar-Band

Kann während des Trainings die Belastung auf den Sehnenansatz reduzieren.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung, Ultraschall zur Beurteilung der Sehnenstruktur.

Konservative Maßnahmen

Bremsend-nachgebendes Trainingsprogramm, Stoßwellentherapie, Needling bei persistierendem Befund.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Statisch-haltender Wandsitz

Kraft
1× täglich5× 30–45 Sek.

Ausgangsposition

Rücken an Wand, Knie 60° gebeugt

Durchführung

Statisch in der Position halten. Sofortige Schmerzlinderung durch schmerzdämpfende Wirkung im Gehirn möglich.

Winkel je nach Schmerzschwelle anpassen.
2

Bremsend-nachgebende Kniebeuge (Decline Squat)

Kraft
2× täglich3× 15 Wdh.

Ausgangsposition

Einbeinig auf Keil (15–25°), Zehenspitzen bergab

Durchführung

Exzentrisch in die Beugung gehen (langsam 4–6 Sek.), zweibeinig aufrichten.

Anfangs Schmerz bis VAS 5 akzeptiert.
3

Konzentrisch-Bremsend-nachgebende Kniebeuge

Kraft
1× täglich3× 10 Wdh.

Ausgangsposition

Einbeinig stehend

Durchführung

5 Sek. Beugung, 5 Sek. Streckung. Vollständige Kontrolle.

Progression nach 4–6 Wochen exzentrischem Training.

Detaillierte Anleitung: Patellasehnen-Sehnenreizung (Tendinopathie)

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Knie-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Ist Schmerz beim Training normal?
Moderater Schmerz (NRS 3–5/10) beim bremsend-nachgebenden Training ist bei Sehnenreizung (Tendinopathie) akzeptiert. Über NRS 5 hinaus: Belastung reduzieren.
Wann wird es besser?
Bremsend-nachgebende Programme zeigen nach 6–12 Wochen signifikante Besserung. Geduld ist entscheidend.
Hilft Kortison-Injektion?
Kortison sollte nicht in die Sehne injiziert werden – erhöhtes Riss-Risiko. Bestenfalls um die Sehne herum.
Bitte vorstellen bei: Akutem Kraftverlust nach Trauma oder massiver Schwellung am Knie.
Knie

Pes-anserinus-Bursitis

Was ist das?

Die Pes-anserinus-Bursitis ist eine Entzündung der Schleimbeutel an der innenseitigen Schienbein-Vorderfläche, unter den Ansätzen von Sartorius, Gracilis und Semitendinosus. Häufig bei Gonarthrose-Patienten mit Übergewicht und bei Läufern.

Zum Verständnis: An der Knieinnenseite treffen sich drei Sehnen wie die Zehen eines Gänsefußes (daher der Name). Darunter liegt ein Gleitkissen, das sich entzünden kann – ein kleiner, aber gut behandelbarer Druckpunkt.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Fieber oder starke Schwellung (Infekt ausschließen)
  • Plötzlich starker Schmerz nach Trauma

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Schmerzen innenseitig unterhalb der Kniegelenklinie, Druckschmerz. Nächtliche Schmerzen. Häufig kombiniert mit Gonarthrose.

Kühlung

Bei akutem Schmerz: 10–15 Min. Kühlung, 3× täglich.

Kräftigung

vorderer Oberschenkelmuskel (Quadrizeps) und Hüftabduktoren stärken.

Dehnung

heranführende Muskeln (Oberschenkelinnenseite)- und hintere Oberschenkelmuskulatur-Dehnung.

Gewicht

Gewichtsreduktion reduziert Schmerz und Rezidivrisiko.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Diagnose. Ultraschall. gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) der Schleimbeutel sehr wirksam.

Konservative Maßnahmen

gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) (Kortison), Physiotherapie, ggf. Einlagen.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Quadrizeps-Anspannung (vorderer Oberschenkelmuskel)

Kraft
Mehrmals täglich15 je Bein

Ausgangsposition

Sitzend, Bein gestreckt

Durchführung

Oberschenkelmuskel anspannen, 5 Sek. halten.

Einfachste Knieübung ohne Schleimbeutel-Stress.
2

heranführende Muskeln (Oberschenkelinnenseite)-Dehnung

Dehnung
1–2× täglich3× 30 Sek.

Ausgangsposition

Sitzend, Fußsohlen aneinander (Schmetterling)

Durchführung

Knie sanft nach unten drücken bis Dehnung in den Oberschenkelinnenseiten spürbar.

Sanft – kein Hochwippen.
3

hintere Oberschenkelmuskulatur-Dehnung

Dehnung
1–2× täglich3× 30 Sek. je Seite

Ausgangsposition

Sitzend auf Stuhlkante, ein Bein gestreckt

Durchführung

Oberkörper leicht nach vorne neigen bis Dehnung Oberschenkelrückseite.

Rücken gerade halten.

Detaillierte Anleitung: Pes-anserinus-Bursitis

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Knie-Übungsprogramm (engl., mit Video & Illustrationen)

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zur Gonarthrose?
Beides kann gleichzeitig vorliegen. Bei innenseitigen Knieschmerzen unterhalb der Gelenklinie ist die Pes-anserinus-Bursitis zu unterscheiden – sie liegt 2–3 cm unterhalb des Gelenkspalts.
Hilft eine gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration)?
Ja – oft sehr schnell und wirksam.
Wie beuge ich Rückfällen vor?
Konsequente Kräftigung von vorderem Oberschenkelmuskel und mittlerem Gesäßmuskel und Gewichtsstabilität.
Bitte vorstellen bei: Fieber, starker Schwellung oder Schmerzen nach Trauma am Kniebereich.
Fuß & Sprunggelenk

Plantarfasziitis & Fersensporn

Was ist das?

Die Plantarfasziitis ist eine degenerativ-entzündliche Veränderung der Sehnenplatte der Fußsohle (Plantarfaszie) an ihrem Ursprung am Fersenbein. Der Fersensporn (knöcherner Ausläufer) ist häufig sichtbar, aber nicht immer symptomatisch – die Faszienreizung ist die eigentliche Schmerzursache. Sehr häufig und gut behandelbar.

Zum Verständnis: Die Sehnenplatte unter dem Fuß ist wie eine gespannte Bogensehne, die das Fußgewölbe hält. Bei Überlastung reizt sich ihr Ansatz an der Ferse – deshalb schmerzt der erste Schritt am Morgen am meisten, wenn die Sehne über Nacht verkürzt ist.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Taubheit oder Kribbeln in der Ferse (Nervenreizung)
  • Schwellung oder Überwärmung
  • Schmerz nach Trauma

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Fersenschmerz besonders bei den ersten Schritten morgens (Anlaufschmerz), nach längerem Sitzen. Bessert sich nach Einlaufen, abends wieder stärker.

Fußrolle morgens

Tennisball oder Faszienrolle vor dem ersten Schritt unter die Ferse – Bewegungsübung des Fasziengewebes.

Schuhwerk

Gedämpfte Schuhe mit weicher Sohle und Fersenpolster. Barfußgehen auf hartem Boden meiden.

Einlagen

Fersenpolster oder individuelle Einlagen reduzieren Druck auf die Sehnenplatte der Fußsohle (Plantarfaszie).

Aktivität

Laufumfang temporär reduzieren. Schwimmen und Radfahren als Alternative.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Diagnose (Druckschmerz innenseitig Fersenbein), Ultraschall. Röntgen zeigt Fersensporn.

Konservative Maßnahmen

Dehnung, Einlagen, Stoßwellentherapie (sehr gute Evidenz), gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen) bei Therapieresistenz.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Plantarfaszien-Dehnung

Dehnung
Mehrmals täglich (besonders morgens vor dem Aufstehen)3× 30 Sek.

Ausgangsposition

Sitzend, Fuß auf Knie

Durchführung

Zehen mit Hand nach oben ziehen bis Dehnung in der Fußsohle. Direkte Dehnung der Sehnenplatte der Fußsohle (Plantarfaszie).

Wichtigste Einzelmaßnahme. Vor dem ersten Schritt morgens.
2

Wadendehnung (Gastrocnemius & Soleus)

Dehnung
2× täglich3× 30 Sek. je Seite & Variante

Ausgangsposition

Stehend vor Wand, Bein hinten

Durchführung

Gestreckt: Gastrocnemius. Leicht gebeugt: Soleus. Ferse bleibt auf dem Boden.

Beide Varianten ausführen.
3

Zehen-Greifübungen

Kraft
1× täglich3× 20 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend, Fuß flach auf dem Boden

Durchführung

Zehen wie ein Handtuch greifen, 3 Sek. halten. Stärkt tiefe Fußmuskulatur.

Langfristige Prävention.

Detaillierte Anleitung: Plantarfasziitis & Fersensporn

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Fuß- & Sprunggelenk-Programm (engl., mit Video & Illustrationen)

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Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Wie lange dauert Plantarfasziitis?
Mit konsequenter Behandlung bessern sich die meisten Fälle in 3–6 Monaten. Ohne Behandlung kann es deutlich länger dauern.
Hilft Stoßwellentherapie?
Ja – für chronische Plantarfasziitis (>3 Monate) ist die Stoßwellentherapie gut evidenzbasiert.
Unterschied zwischen Fersensporn und Plantarfasziitis?
Fersensporn ist ein knöcherner Ausläufer – oft symptomlos. Plantarfasziitis ist die Reizung des Fasziengewebes – die eigentliche Schmerzursache.
Bitte vorstellen bei: Starkem akutem Fersenschmerz nach Trauma, Taubheit oder Kribbeln oder Überwärmung der Ferse.
Fuß & Sprunggelenk

Achillessehnen-Tendinopathie

Was ist das?

Die Achillessehnen-Sehnenreizung (Tendinopathie) ist eine degenerative Veränderung der Achillessehne, meist 2–6 cm körpernah des Ansatzes (non-insertional) oder direkt am Fersenansatz (insertional). Typisch für Läufer. Das bremsend-nachgebende Kräftigungsprotokoll nach Alfredson ist die am besten belegte Behandlung.

Zum Verständnis: Die Achillessehne ist das kräftigste Seil des Körpers und überträgt die Wadenkraft auf die Ferse. Bei Überlastung franst sie innerlich aus – wie ein Tau, das an einer Stelle dünn wird. Bremsend-nachgebendes Training baut die Fasern gezielt wieder auf.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Akuter Abriss nach "Schlag von hinten" (Notfall)
  • Thompson-Test positiv (Wadendrücktest)
  • Massive Schwellung und Kraftverlust nach Trauma

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Schmerz und Steifheit der Achillessehne morgens und nach Inaktivität. Tastbare Verdickung. Schmerz beim Laufen, Bergauf, Springen.

Belastung reduzieren

Laufumfang temporär halbieren, keine Sprungbelastung akut.

Fersenerhöhung

Temporäre Fersenerhöhung in Schuhen entlastet die Sehne.

Schuhwechsel

Gut gedämpfte Laufschuhe. Kein Barfußlaufen beim Aufbau.

Kühlung

Nach Training: Kühlung 10–15 Min. auf die Sehne.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung, Ultraschall zur Beurteilung der Sehnenstruktur.

Konservative Maßnahmen

Bremsend-nachgebendes Trainingsprogramm, Stoßwellentherapie (gute Evidenz), Hochvoluminöse Injektionen bei persistierendem Befund.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Bremsend-nachgebendes Fersensenken (Alfredson)

Kraft
2× täglich3× 15 Wdh.

Ausgangsposition

Auf Treppenstufe, Zehenspitzen auf Stufe, Fersen frei

Durchführung

Beidbeinig auf Zehenspitzen, dann einbeinig bremsend-nachgebend langsam absenken (5 Sek.) bis Ferse tiefer als Stufe.

Anfangs Schmerz bis VAS 5 akzeptiert. Über Wochen steigern.
2

Statisch-haltender Zehenstand

Kraft
1× täglich5× 45 Sek.

Ausgangsposition

Stehend, ein Bein auf Stufe

Durchführung

Auf Zehenspitzen gehen und statisch halten. Sofortige Schmerzreduktion möglich.

Gut für akute Phase als Einstieg.
3

Wadendehnung

Dehnung
2× täglich3× 30 Sek. je Seite & Variante

Ausgangsposition

An Wand gelehnt

Durchführung

Gastrocnemius: gestrecktes Knie. Soleus: leicht gebeugtes Knie. Ferse auf dem Boden.

Beide Varianten ausführen.

Detaillierte Anleitung: Achillessehnen-Sehnenreizung (Tendinopathie)

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Fuß- & Sprunggelenk-Programm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

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Häufige Fragen

Was ist das Alfredson-Protokoll?
Täglich 2× 3 Sätze à 15 Wdh. bremsend-nachgebendes Fersensenken über 12 Wochen. Sehr gute Studien-Evidenz für non-insertionale Sehnenreizung (Tendinopathie).
Kann ich trotz Schmerzen laufen?
Moderater Schmerz bis NRS 4–5 ist akzeptiert. Wenn 24 Stunden nach Training schlimmer: Belastung reduzieren.
Wann ist eine OP nötig?
Nach 3–6 Monaten konservativer Therapie ohne Besserung kann arthroskopische Abtragung von geschädigtem Gewebe erwogen werden.
Bitte vorstellen bei: Plötzlichem Knall im Unterschenkel, fehlender Möglichkeit auf Zehenspitzen zu gehen, oder massiver Schwellung.
Fuß & Sprunggelenk

OSG-Arthrose(Sprunggelenksarthrose)

Was ist das?

Die Arthrose des oberen Sprunggelenks ist häufig posttraumatisch – nach Sprunggelenkfrakturen oder rezidivierenden Distorsionen. Primäre Formen sind seltener. Charakteristisch ist die eingeschränkte Anheben des Fußes/der Hand nach oben.

Zum Verständnis: Das Sprunggelenk ist wie ein Scharnier zwischen Bein und Fuß. Nach Brüchen oder häufigem Umknicken kann sich dieses Scharnier abnutzen – die Bewegung beim Hochziehen des Fußes wird steif und schmerzhaft.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Starke Schwellung und Überwärmung (Infekt)
  • Plötzliche Blockierung
  • Akuter Schmerz nach Sturz

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Belastungsschmerzen im Sprunggelenk, Schwellung nach Belastung, Bewegungseinschränkung (besonders Anheben des Fußes/der Hand nach oben), Reibe- oder Knistergeräusche.

Gedämpfte Schuhe

Weiche Sohlen federn Stöße auf das Gelenk ab.

Einlagen & Bandage

Stützende Einlagen oder Ankle-Brace stabilisieren.

Gelenkschonende Aktivität

Schwimmen und Radfahren optimal.

Gewicht

Gewichtsreduktion entlastet das Sprunggelenk messbar.

Was wir in der Praxis tun

Röntgen stehend, MRT bei unklarem Befund. Intraartikuläre gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration).

Konservative Maßnahmen

Physiotherapie (Bewegungsübung, Kräftigung), Einlagen, gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen), Bandagen.

Operative Optionen

Arthroskopisches Abtragung von geschädigtem Gewebe, oberes Sprunggelenk-künstliches Gelenk (Vollprothese) oder Gelenkversteifung (Arthrodese) (Versteifung) bei fortgeschrittener Arthrose.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

oberes Sprunggelenk-Bewegungsübung

Mobilität
1–2× täglich10 je Seite

Ausgangsposition

Sitzend, Fuß frei

Durchführung

Fuß kreisen, Dorsal-/Senken des Fußes nach unten, Einwärtskippen/Auswärtskippen. Alle Richtungen schmerzadaptiert.

Regelmäßige Bewegungsübung erhält Gelenkflüssigkeit und Knorpelernährung.
2

Einbeinstand

Gleichgewichts- und Tiefenwahrnehmung
1× täglich3× 30 Sek. je Seite

Ausgangsposition

Einbeinig

Durchführung

Fokus auf Sprunggelenkstabilität. Steigerung auf instabiler Unterlage.

Verbessert neuromuskuläre Kontrolle und Sturzprophylaxe.
3

Wadenkräftigung

Kraft
1× täglich3× 15 Wdh.

Ausgangsposition

Stehend

Durchführung

Beidbeinig auf Zehenspitzen, 2 Sek. halten, absenken.

Kein Schmerz im Sprunggelenk. Bei starkem Schmerz: sitzende Variante.

Detaillierte Anleitung: oberes Sprunggelenk-Arthrose

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

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Häufige Fragen

oberes Sprunggelenk-Versteifung oder Prothese?
Beide Verfahren haben spezifische Vor- und Nachteile. Gelenkversteifung (Arthrodese): bewährt, aber eingeschränkte Beweglichkeit. Prothese: erhält Beweglichkeit, hat aber höhere Revisionsraten. Sehr individuelle Entscheidung.
Kann ich wandern?
Leichtes Wandern auf ebenem Terrain meist möglich. Gute Wanderschuhe mit Knöchelstabilisierung und Stöcke helfen.
Hilft eine Bandage?
Reduziert instabiles Gefühl und verbessert neuromuskuläre Kontrolle – besonders beim Sport.
Bitte vorstellen bei: Starker Schwellung, Überwärmung oder Schmerz nach Trauma im Sprunggelenk.
Fuß & Sprunggelenk

Hallux valgus(Ballenzehe)

Was ist das?

Der Hallux valgus ist eine Fehlstellung des Großzehengrundgelenks: Die Großzehe weicht nach außenseitig, das erster Mittelfußknochen nach innenseitig (“Ballen”). Ursachen: genetische Disposition, enges Schuhwerk (Spitzschuhe, Absätze), Bindegewebsschwäche. Frauen sind deutlich häufiger betroffen.

Zum Verständnis: Beim Ballenzeh weicht die Großzehe nach außen, während der Knochen dahinter nach innen drängt – wie ein Zelthering, der sich schräg stellt, sodass die Ecke hervorsteht. Enge Schuhe verstärken diese Schieflage.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Rötung, Schwellung, Fieber am Ballen (Bursitis/Infektion)
  • Rasche Zunahme der Fehlstellung bei Jugendlichen

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Schmerzen über dem Ballen, Druckstellen, Schwierigkeiten mit Schuhwerk, gelegentlich Verdrängung der 2. Zehe.

Schuhwerk

Breite Vorfußschale, kein enger Schuh, kein hoher Absatz. Wichtigste konservative Maßnahme.

Einlagen

Weichbettungseinlagen oder Ballenpolster verringern Druckbelastung.

Hallux-Schiene

Nachtschiene kann das Fortschreiten verlangsamen.

Übungen

Kräftigungsübungen der tiefen Fußmuskulatur.

Was wir in der Praxis tun

Röntgen stehend (HV-Winkel, IM-Winkel). Klinischer Befund.

Konservative Maßnahmen

Schuhversorgung, Einlagen, Ballenschutz, Schienen. Keine vollständige Korrektur ohne OP.

Operative Optionen

Knochenumstellung (Osteotomie) (z.B. Scarf-OP, Chevron-OP) bei symptomatischem Hallux valgus.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Zehen-Spreizen

Kraft
1–2× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend, Fuß flach

Durchführung

Alle Zehen aktiv spreizen, 5 Sek. halten. Stärkt tiefe Muskulatur.

Viele können dies zunächst nicht aktiv – mit Übung wird es besser.
2

Kurzfußübung

Stabilität
1× täglich3× 20 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend, Fuß flach

Durchführung

Zehen gestreckt lassen, Fußgewölbe einziehen.

Schwierige Übung – langsam erlernen.
3

Zehengreifübungen

Kraft
1× täglich20 Wdh.

Ausgangsposition

Fuß auf Boden, kleines Handtuch darunter

Durchführung

Zehen zusammenrollen und Handtuch greifen. Stärkt Fußsohlenmuskeln.

Einfacher Einstieg in intrinsisches Fußkräftigen.

Detaillierte Anleitung: Hallux valgus

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Fuß- & Sprunggelenk-Programm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Kann ich eine OP vermeiden?
Leichte Ausprägungen können oft beschwerdefrei gehalten werden. Vollständige Korrektur ist ohne OP nicht möglich.
Wann ist eine OP sinnvoll?
Bei erheblichen Schmerzen, die auf konservative Maßnahmen nicht ansprechen.
Welche Schuhe empfehlen Sie?
Breite Vorfußschale, kein hoher Absatz, weiches Obermaterial.
Bitte vorstellen bei: Rötung, Schwellung und Überwärmung am Ballen oder rasch zunehmender Fehlstellung.
Fuß & Sprunggelenk

Hallux rigidus(Großzehengrundgelenk-Arthrose)

Was ist das?

Der Hallux rigidus ist die Arthrose des Großzehengrundgelenks (Großzehengrundgelenk) mit progressiver Einschränkung der Anheben des Fußes/der Hand nach oben. Er ist die häufigste Großzehenpathologie im mittleren und höheren Erwachsenenalter. Die eingeschränkte Anheben des Fußes/der Hand nach oben beeinträchtigt das Abrollverhalten erheblich.

Zum Verständnis: Das Großzehengrundgelenk muss beim Abrollen wie ein Scharnier nach oben klappen. Bei Arthrose verklemmt dieses Scharnier – ähnlich einer Tür, die nur noch einen Spalt aufgeht. Eine steife Sohle übernimmt das Abrollen und entlastet das Gelenk.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Plötzliche starke Schwellung und Überwärmung (Gicht ausschließen!)
  • Starker akuter Schmerz nach Trauma

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Schmerzen und Steifheit im Großzehengrundgelenk beim Abrollen (Zehenstand, Treppen, Gehen bergauf). Schmerzen beim Tragen hochhackiger Schuhe.

Steife Schuhsohle

Rigid Carbon-Einlage oder steife Sohle reduziert die Anheben des Fußes/der Hand nach oben beim Abrollen – wichtigste konservative Maßnahme.

Morton-Streckung

Versteifung unter dem Großzehengrundgelenk in der Einlage.

Barfußlaufen meiden

Erzwingt maximale Anheben des Fußes/der Hand nach oben.

Gewicht

Entlastet das Gelenk.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung (Anheben des Fußes/der Hand nach oben gemessen), Röntgen stehend.

Konservative Maßnahmen

Steife Schuhsohle, Morton-Streckung, gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen), Bewegungsübung im schmerzfreien Bereich.

Operative Optionen

Abtragung störender Knochenanbauten (Cheilektomie) (Entfernung knöcherner Anbauten) im Stadium II–III. Gelenkversteifung (Arthrodese) Großzehengrundgelenk im Stadium IV.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Großzehen-Anheben des Fußes/der Hand nach oben passiv

Mobilität
2× täglich10 Wdh. / 30 Sek.

Ausgangsposition

Sitzend, Fuß auf Knie

Durchführung

Großzehe mit Hand sanft nach oben beugen. Am Endbereich kurz halten.

Nur leichtes Ziehen. Kein Schmerz im Gelenk.
2

Zehengreifübungen

Kraft
1× täglich20 Wdh.

Ausgangsposition

Fuß auf Boden

Durchführung

Zehen zusammenrollen und Boden greifen.

Stärkt tiefe Muskulatur.
3

Wadendehnung

Dehnung
2× täglich3× 30 Sek.

Ausgangsposition

An Wand

Durchführung

Gastrocnemius und Soleus. Verkürzte Wadenmuskulatur erhöht Druck auf Großzehengrundgelenk.

Beide Varianten.

Detaillierte Anleitung: Hallux rigidus

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Fuß- & Sprunggelenk-Programm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Was ist eine Abtragung störender Knochenanbauten (Cheilektomie)?
Entfernung der störenden Knochenausläufer (knöcherne Anbauten) – erhält Beweglichkeit. Wirksam in frühen und mittleren Stadien.
Wird ein versteiftes Großzehengrundgelenk sehr einschränkend?
Die Gelenkversteifung (Arthrodese) des Großzehengrundgelenk ist eine bewährte OP mit guten Ergebnissen. Viele Patienten gehen danach schmerzfrei.
Gichtanfall – wie unterscheiden?
Gicht: plötzlicher Beginn, extreme Schmerzintensität, rotes heißes Gelenk. Blutzucker (Harnsäure) bestimmen lassen.
Bitte vorstellen bei: Plötzlichem starken Schmerz mit Schwellung und Überwärmung (Gichtanfall möglich) oder Schmerz nach Trauma.
Fuß & Sprunggelenk

Hammer- & Krallenzehe

Was ist das?

Hammerzehe (Fingermittelgelenk gebeugt) und Krallenzehe (MTP extensiert + PIP/DIP gebeugt) sind häufige Fehlstellungen der Kleinzehen. Sie entstehen durch Muskelungleichgewichte, enges Schuhwerk oder neuromuskuläre Erkrankungen. Häufig kombiniert mit Hallux valgus.

Zum Verständnis: Die kleinen Zehen krümmen sich dauerhaft wie ein eingerollter Finger, der sich nicht mehr ganz strecken lässt. Solange die Krümmung beweglich ist, helfen Übungen; ist sie starr, hilft nur eine Korrektur.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Geschwürbildung an Druckstellen (Diabetiker: sofort vorstellen)
  • Starke Infektion
  • Rasche Zunahme der Fehlstellung

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Druckschmerzen an Zehengelenken, Hühneraugen an Zehenkuppen und Zehenrücken, Schuhkonflikt, gelegentlich Schmerzen beim Gehen.

Schuhwerk

Breites, weiches Obermaterial. Ausreichend Zehenboxhöhe. Wichtigste Maßnahme.

Polster

Zehentrenner oder Silikonpolster verteilen Druck.

Hühneraugen

Professionelle Fußpflege. Keine Selbstbehandlung mit Säure.

Einlagen

Metatarsalpolster entlasten den Vorfuß.

Was wir in der Praxis tun

Klinischer Befund, Röntgen. Bei starren dauerhafte Beugefehlstellung (Kontraktur) frühzeitig operativ beraten.

Konservative Maßnahmen

Schuhversorgung, Polster, Einlagen, Physiotherapie. Starre Fehlstellungen: nur OP.

Operative Optionen

Gelenkglättung oder Gelenkversteifung (Arthrodese) des Fingermittelgelenk bei starren Fehlstellungen.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Zehenstreckübungen

Mobilität
2× täglich15 je Zeh

Ausgangsposition

Sitzend, Fuß flach

Durchführung

Jeden Kleinzeh manuell in Streckung bringen, 10 Sek. halten. Beibehält Restmobilität bei flexiblen Fehlstellungen.

Nur bei noch beweglicher Fehlstellung wirksam.
2

Zehengreifübungen

Kraft
1× täglich20 Wdh.

Ausgangsposition

Fuß auf Boden

Durchführung

Zehen zusammenrollen, Boden greifen, lösen.

Kräftigt tiefe Fußmuskulatur.
3

Zehen-Spreizen

Kraft
1–2× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend

Durchführung

Alle Zehen aktiv spreizen.

Aktiviert tiefe Muskulatur.

Detaillierte Anleitung: Hammer- & Krallenzehe

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Fuß- & Sprunggelenk-Programm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Können Hammer- und Krallenzehen sich von selbst korrigieren?
Flexible Fehlstellungen können durch Übungen und Schuhversorgung stabilisiert werden. Starre dauerhafte Beugefehlstellung (Kontraktur) lassen sich nur operativ korrigieren.
Wann ist eine OP nötig?
Bei starren dauerhafte Beugefehlstellung (Kontraktur) mit Schmerzen oder Geschwürbildung. Ambulant und gut rehabilitierbar.
Warum haben Diabetiker erhöhtes Risiko?
Druckstellen können durch die Neuropathie (Nervenschädigung) unbemerkt zu Geschwüren werden – daher sofortige Abklärung.
Bitte vorstellen bei: Geschwürbildung an Druckstellen (Diabetiker sofort!), Infektion oder rapider Zunahme der Fehlstellung.
Fuß & Sprunggelenk

Morton-Neurom(Interdigitalneuralgie)

Was ist das?

Das Morton-Neurom ist ein gutartige Nervenverdickung des interdigitalen plantaren Nervs, meist im 3./4. Zwischenraum der Mittelfußknochen. Es entsteht durch chronischen Druck und Reibung. Typisch ist das Muschel-im-Schuh-Gefühl und brennende Vorfußschmerzen.

Zum Verständnis: Zwischen den Mittelfußknochen wird ein Nerv eingeklemmt und verdickt sich – wie ein Kabel, das in einer engen Klemme gequetscht wird. Daher das typische Gefühl, auf einer Falte oder einem Kieselstein im Schuh zu gehen.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Rasche Zunahme der Beschwerden
  • Taubheit größerer Fußareale (andere Ursache?)

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Brennende Schmerzen im Vorfuß, Kribbeln oder Taubheit zwischen 3. und 4. Zehe. Besserung beim Ausziehen der Schuhe und Barfußgehen. Schmerz beim Zusammendrücken des Vorfußes (Mulder-Zeichen).

Schuhwerk

Breite Vorfußschale, weiche Sohlen, niedriger Absatz. Enges Schuhwerk verstärkt den Druck.

Querwölbungsunterstützung

Einlagen mit Metatarsalpolster (Quergewölbepelotte) entlasten den betroffenen Raum.

Polster

Zehentrenner zwischen 3. und 4. Zehe.

Aktivität

Keine engen Laufschuhe mit hartem Vorfuß.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung (Mulder-Zeichen), Ultraschall zur Bestätigung.

Konservative Maßnahmen

Schuhversorgung, Einlagen, Kortison-gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) (gut wirksam), Alkohol-Verödungstherapie.

Operative Optionen

Entfernung des betroffenen Nervenstücks (Entfernung des betroffenen Nervensegments) bei Therapieresistenz.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Zehen-Spreizen

Kraft
1–2× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend, Fuß flach

Durchführung

Zehen aktiv spreizen, Zwischenraum der Mittelfußknochen erweitern.

Reduziert direkten Druck auf den Nerv.
2

Fußgewölbe-Training

Stabilität
1× täglich20 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend

Durchführung

Kurzfußübung: Fußgewölbe einziehen ohne Zehenbewegung.

Verbessert Fußstatik.
3

Vorfuß-Dehnung

Dehnung
1× täglich10 je Richtung

Ausgangsposition

Sitzend

Durchführung

Jeden Mittelfußraum manuell sanft auseinanderspreizen.

Sanft und langsam.

Detaillierte Anleitung: Morton-Neurom

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Fuß- & Sprunggelenk-Programm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Ist eine Operation immer nötig?
Nein. Viele Patienten profitieren von Schuhversorgung, Einlagen und gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen). OP erst nach Versagen aller konservativer Maßnahmen.
Was ist die Alkohol-Verödungstherapie?
Injektionen mit verdünntem Alkohol in das Neurom über mehrere Sitzungen – können das Gewebe verkleinern. Gute Alternative zur OP.
Warum hilft Ausziehen der Schuhe so sofort?
Der Nerv wird durch enges Schuhwerk komprimiert. Ohne Schuhe fehlt der Druck – sofortige Entlastung.
Bitte vorstellen bei: Rascher Zunahme der Beschwerden, Taubheit größerer Fußareale oder Schmerzen nach Trauma.
Fuß & Sprunggelenk

Knick-Senkfuß / Tibialis-posterior-Insuffizienz(PTTD)

Was ist das?

Die Tibialis-posterior-Sehnen-Dysfunktion (PTTD) führt zur schrittweisen Abflachung des Längsgewölbes und Einwärtsdrehung des Fußes. Im Frühstadium ist die Therapie konservativ sehr erfolgreich – frühzeitige Diagnose ist entscheidend.

Zum Verständnis: Die hintere Schienbeinsehne hält das Fußgewölbe hoch wie ein Spannseil ein Zeltdach. Versagt das Seil, sinkt das Gewölbe ab und der Fuß knickt nach innen – früh erkannt, lässt sich das Seil durch Einlagen und Training entlasten.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Plötzlicher akuter Schmerz innenseitig nach Trauma (Sehnenriss)
  • Rasche Zunahme der Fehlstellung
  • Unfähigkeit zum einbeinigen Zehenstand

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Innenseitiger Fußschmerz, Erschöpfungsgefühl beim Gehen, zunehmende Abflachung des Längsgewölbes. Vom-hinten-Zeichen: “too many toes” (zu viele Zehen von hinten sichtbar).

Einlagen

Längenwölbungseinlagen mit innenseitiger Abstützung – wichtigste konservative Maßnahme.

Stabiles Schuhwerk

Festes, stützendes Schuhwerk mit gutem Mittelfußsupport.

Kräftigung

Tibialis-posterior-Kräftigung und Wadenmuskulatur.

Orthese

Bei fortgeschrittener Insuffizienz: CROW-Orthese oder AFO.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung (einbeiniger Zehenstand, too many toes), MRT zur Beurteilung der Sehne.

Konservative Maßnahmen

Einlagen, Schuhversorgung, Physiotherapie, ggf. Orthese. Kortison-gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) um die Sehne herum (nicht in die Sehne).

Operative Optionen

Sehnenverlängerung + Kalkaneus-Knochenumstellung (Osteotomie) + Sehnentransfer. Gelenkversteifung (Arthrodese) bei fortgeschrittener Arthrose.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Einbeiniger Zehenstand

Kraft
1–2× täglich3× 15 Wdh. je Seite

Ausgangsposition

Einbeinig auf Zehenspitzen stehen

Durchführung

Langsam auf Zehenspitzen heben und senken. Kräftigt hinterer Schienbeinmuskel und Wadenmuskulatur.

Wichtigste Tibialis-posterior-Übung.
2

Fußaußenkante-Übung

Kraft
1× täglich15 je Seite

Ausgangsposition

Sitzend, Fuß nach innen rotiert

Durchführung

Fuß auf Außenkante stellen, 5 Sek. halten. Kräftigt Einwärtskippen und hinterer Schienbeinmuskel.

Sanft und kontrolliert.
3

Zehenstand (bremsend-nachgebend absenken)

Kraft
1× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Beidbeinig auf Zehenspitzen

Durchführung

Auf Zehenspitzen heben, dann einbeinig langsam absenken.

Bremsend-nachgebende Phase stärkt die Sehne am meisten.

Detaillierte Anleitung: Knick-Senkfuß / Tibialis-posterior-Insuffizienz

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Fuß- & Sprunggelenk-Programm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Kann ich die Fehlstellung ohne OP korrigieren?
Im Frühstadium (Stadium I–II) ja – mit Einlagen, Kräftigung und Schuhversorgung ist die Prognose gut. Im Spätstadium ist eine OP oft nötig.
Warum ist die Tibialis-posterior-Sehne so wichtig?
Sie ist die wichtigste Sehne für die aktive Stabilisierung des Längsgewölbes beim Gehen.
Wie erkenne ich eine Verschlechterung?
Zunehmende Schwierigkeit beim einbeinigen Zehenstand, stärkere innenseitige Schmerzen oder zunehmende Fehlstellung.
Bitte vorstellen bei: Plötzlichem akutem Schmerz innenseitig nach Trauma, Unfähigkeit zum einbeinigen Zehenstand oder rasch zunehmender Fehlstellung.
Fuß & Sprunggelenk

Tarsometatarsal-Arthrose(Mittelfußarthrose)

Was ist das?

Die Tarsometatarsal-Arthrose betrifft den Mittelfuß-Gelenkkomplex (Lisfranc) oder angrenzende Gelenke im Mittelfuß. Häufig posttraumatisch (nach Verletzung des Mittelfuß-Gelenks) oder degenerativ. Schmerzen beim Abrollen und bei Belastung.

Zum Verständnis: Der Mittelfuß besteht aus vielen kleinen Gelenken, die wie ein gepflastertes Stück Boden zusammenwirken. Nutzen sie sich ab, schmerzt jeder Abrollschritt – eine versteifende Sohle wirkt wie eine glättende Brücke darüber.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Akuter Schmerz nach Trauma (Verletzung des Mittelfuß-Gelenks, dringlich)
  • Starke Schwellung des Mittelfußes nach Sturz oder Unfall

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Mittelfußschmerzen beim Gehen und Stehen, Schwellung über dem Mittelfuß, Schmerzen beim Abrollen, Schmerz beim Schuhanzug.

Steife Sohle

Versteifende Einlage oder Carbon-Schale reduziert Bewegung im Mittelfuß beim Abrollen.

Gedämpfte Schuhe

Federn Stöße ab.

Belastungsreduktion

Lange Stehzeiten und Gehen auf unebenem Untergrund reduzieren.

Einlagen

Maßgefertigte Einlagen bei ausgeprägter Fehlbelastung.

Was wir in der Praxis tun

Röntgen stehend, CT bei posttraumatischer Arthrose. Klinische Untersuchung.

Konservative Maßnahmen

Schuhversorgung mit Versteifung, Einlagen, gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen).

Operative Optionen

Gelenkversteifung (Arthrodese) der betroffenen Mittelfuß-Gelenke (Lisfranc) bei schwerer Arthrose.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Fußmobilisation (schonend)

Mobilität
1× täglich10 je Richtung

Ausgangsposition

Sitzend, Fuß frei

Durchführung

Sanftes Kreisen, Dorsal- und Senken des Fußes nach unten ohne Schmerz.

Kein Druck auf den Mittelfuß.
2

Wadenmuskel-Kräftigung

Kraft
1× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Stehend an Wand

Durchführung

Beidbeiniger Zehenstand. Stärkt Muskulatur, die den Mittelfuß entlastet.

Nur schmerzadaptiert.
3

Balanceübung

Gleichgewichts- und Tiefenwahrnehmung
1× täglich3× 30 Sek.

Ausgangsposition

Einbeinig auf festem Boden

Durchführung

Einbeiniger Stand mit Fokus auf Fuß-Stabilität.

Verbessert Koordination und entlastet Gelenke.

Detaillierte Anleitung: Tarsometatarsal-Arthrose

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Fuß- & Sprunggelenk-Programm (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Was ist eine Verletzung des Mittelfuß-Gelenks (Lisfranc)?
Verletzung des Mittelfuß-Gelenkkomplex (Lisfranc) im Mittelfuß – häufig beim Sturz. Kann als Sprunggelenksdistorsion verkannt werden. Bei starkem Mittelfußschmerz nach Trauma immer orthopädisch vorstellen.
Wann ist eine Gelenkversteifung (Arthrodese) (Versteifung) nötig?
Bei schweren Schmerzen, die auf konservative Maßnahmen nicht ansprechen. Mittelfuß-Arthrodesen haben gute Langzeitergebnisse.
Kann ich danach noch Sport treiben?
Nach Gelenkversteifung (Arthrodese) ist Sport möglich – Laufen und Springen eingeschränkt, Radfahren und Schwimmen gut.
Bitte vorstellen bei: Akutem starkem Schmerz nach Trauma im Mittelfuß, massiver Schwellung oder Unfähigkeit zu belasten.
Hand & Ellenbogen

Karpaltunnelsyndrom

Was ist das?

Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) ist das häufigste periphere Nervenkompressionssyndrom: Der Mittelnerv (N. medianus) wird im Karpaltunnel (enger Kanal am Handgelenk) am Handgelenk komprimiert. Er versorgt Daumen, Zeige-, Mittel- und radialen Ringfinger. Risikofaktoren: repetitive Tätigkeiten, Diabetes, Schwangerschaft, Schilddrüsenfunktionsstörungen.

Zum Verständnis: Der Mittelnerv läuft durch einen engen Tunnel am Handgelenk – wie ein Kabel durch ein zu enges Rohr. Schwillt das Gewebe an, wird das Kabel gedrückt: Daher das nächtliche Einschlafen der Finger. Eine Nachtschiene hält das Rohr in der weitesten Stellung.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Dauerhaft taubes Gefühl (schwere Kompression)
  • Muskelschwund (Atrophie) des Daumenballens
  • Rascher Kraftverlust beim Greifen

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Kribbeln und Taubheit in Daumen, Zeige-, Mittel- und radialem Ringfinger. Nächtliche Beschwerden (Aufwachen mit tauber Hand), Besserung durch Ausschütteln (Flick-Zeichen).

Nachtschiene

Handgelenksneutralschiene verhindert die nächtliche Beugehaltung. Oft reicht das allein in frühen Stadien.

Ergonomie

Handgelenk beim Tippen neutral halten. Ergonomische Maus.

Pausen

Regelmäßige Bewegungspausen bei repetitiven Tätigkeiten.

Risikofaktoren

Blutzucker und Schilddrüse kontrollieren.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung (Tinel-, Phalen-Test), Nerven- und Muskelmessung (Nervenleitmessung/Muskelstrommessung) zur Diagnosebestätigung und Schweregradbeurteilung.

Konservative Maßnahmen

Nachtschiene, Kortison-gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) (sehr wirksam, besonders frühzeitig), Physiotherapie (Nervengleit-Übung).

Operative Optionen

Karpaltunnel (enger Kanal am Handgelenk)-Entlastung (Druckentlastung des Nervs) – ambulant, kurze OP, sehr gute Ergebnisse. Bei mittelschwerem bis schwerem KTS frühzeitig empfohlen.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Nervengleit-Übung Mittelnerv (N. medianus)

Mobilität
2× täglich10 je Hand

Ausgangsposition

Sitzend, Arm seitlich ausgestreckt

Durchführung

Handgelenk strecken und beugen in definierten Positionen. Fließende Bewegung ohne Zug.

Nur leichtes Kribbeln erlaubt – kein starker Schmerz.
2

Handgelenk-Bewegungsübung

Mobilität
1× täglich10 je Richtung

Ausgangsposition

Unterarm auf Tisch, Hand hängend

Durchführung

Aktive Beugung und Streckung. Vollständiger Bewegungsumfang.

Langsam und kontrolliert.
3

Faustschluss & Öffnen

Mobilität
Mehrmals täglich10 Wdh.

Ausgangsposition

Hand entspannt

Durchführung

Faust fest schließen, dann Finger weit spreizen. Fördert Durchblutung und Sehnengleiten.

Gut für Pausen im Büroalltag.

Detaillierte Anleitung: Karpaltunnelsyndrom

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Übungsprogramm bei Karpaltunnelsyndrom (engl., mit Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Hilft eine Schiene?
Sehr gut – besonders nachts. Studien zeigen in frühen bis mittelschweren Stadien deutliche Besserung in 80 % der Fälle.
Wann ist eine OP nötig?
Bei anhaltenden Beschwerden trotz konservativer Therapie, schwerer Kompression im Nervenleitmessung oder Daumenballen-Muskelschwund (Atrophie). OP ist einfach, ambulant und sehr effektiv.
Ist KTS durch Bildschirmarbeit verursacht?
Bildschirmarbeit ist Risikofaktor, aber nicht alleinige Ursache. Ergonomie verbessern und Nachtschiene sind wichtigste Maßnahmen.
Bitte vorstellen bei: Dauerhafter Taubheit in den Fingern, Kraftlosigkeit beim Greifen oder Abflachung des Daumenballens.
Hand & Ellenbogen

Kubitaltunnelsyndrom(Ulnaris-Kompressionssyndrom)

Was ist das?

Kompression des Ellennerv (N. ulnaris) am Ellenbogen (Rinne am Ellenbogen) – das zweithäufigste Nervenkompressionssyndrom. Der Nerv versorgt Ring- und Kleinfinger sowie die meisten kleinen Handmuskeln.

Zum Verständnis: Der Ellennerv verläuft am Ellenbogen durch eine Rinne – der bekannte „Musikantenknochen". Bei dauerhaft gebeugtem Ellenbogen wird er gedehnt und gedrückt, wie ein Gartenschlauch, der über eine Kante geknickt wird.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Muskelschwund (Atrophie) der kleine Handmuskeln zwischen den Fingern (Schwund der Fingerzwischenraum-Muskeln)
  • Progrediente Schwäche beim Greifen
  • Dauerhaft taubes Gefühl in Ring- und Kleinfinger

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Kribbeln und Taubheit in Ring- und Kleinfinger. Schmerz am innenseitigen Ellenbogen. Verstärkung bei gebeugtem Ellenbogen. Schwäche beim Schreiben.

Ellenbogen nicht beugen

Beim Schlafen Ellenbogen strecken (Handtuch um Arm wickeln). Beim Telefonieren Lautsprecher nutzen.

Polsterung

Ellenbogenpolster schützt vor direktem Druck.

Ergonomie

Keine langen statischen Ellenbogenbeugungen. Tastatur und Maus anpassen.

Pausen

Regelmäßige Streckungs-Pausen.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung (Tinel am Rinne am Ellenbogen), Nerven- und Muskelmessung (Nervenleitmessung/Muskelstrommessung) zur Bestätigung.

Konservative Maßnahmen

Nachtschiene (Ellenbogen gestreckt), Nervengleit-Übung, Polsterung, Ergonomie.

Operative Optionen

Nervenverlagerung oder Sulkus-Erweiterung bei mittelschwerer bis schwerer Kompression.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Nervengleit-Übung Ellennerv (N. ulnaris)

Mobilität
2× täglich10 je Seite

Ausgangsposition

Arm seitlich, Schulter in Abspreizen

Durchführung

Ellenbogen abwechselnd strecken und beugen. Sanft, ohne Zug.

Nur leichtes Kribbeln erlaubt.
2

Ellenbogen-Strecken

Mobilität
Mehrmals täglich10 Wdh.

Ausgangsposition

Arm ausgestreckt

Durchführung

Ellenbogen vollständig strecken, Unterarm auswärts drehen.

Im Alltag einbauen.
3

Handmuskel-Kräftigung

Kraft
1× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Hand auf Tisch

Durchführung

Finger spreizen gegen Gummiband-Widerstand. Stärkt kleine Handmuskeln zwischen den Fingern.

Bei Kraftverlust wichtig für Alltagsfunktion.

Detaillierte Anleitung: Kubitaltunnelsyndrom

Für dieses Krankheitsbild liegt derzeit keine geprüfte, frei zugängliche Übungsanleitung einer Fachgesellschaft vor. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bzw. eine Physio- oder Ergotherapeutin stellt Ihnen ein individuell passendes Übungsprogramm zusammen.

Häufige Fragen

Ist Kubitaltunnel gefährlicher als Karpaltunnel (enger Kanal am Handgelenk)?
Bei schwerem Befund können kleine Handmuskeln zwischen den Fingern-Muskelschwund (Atrophie) und Funktionsverlust erheblich einschränken. Frühzeitig behandeln.
Muss ich operiert werden?
Leichte bis mittelschwere Fälle sprechen oft gut auf konservative Therapie an.
Warum ist es nachts schlimmer?
Gebeugter Ellenbogen im Schlaf erhöht den Druck auf den Ellennerv (N. ulnaris). Nachtschiene löst das oft rasch.
Bitte vorstellen bei: Zunehmender Schwäche, Muskelschwund (Atrophie) der Fingermuskulatur oder dauerhafter Taubheit in Ring- und Kleinfinger.
Hand & Ellenbogen

Dupuytren-Kontraktur

Was ist das?

Die Dupuytren-dauerhafte Beugefehlstellung (Kontraktur) ist eine fortschreitende Verhärtung des Bindegewebes der Sehnenplatte der Handinnenfläche mit zunehmender Beugekontraktur der Finger – typischerweise Ring- und Kleinfinger. Familiäre Häufung, häufiger bei Männern, Nordeuropäern, Alkohol- und Nikotinkonsum.

Zum Verständnis: In der Handinnenfläche zieht sich das Bindegewebe strangartig zusammen – wie ein Seil unter der Haut, das die Finger langsam in die Beugung zieht. Dehnen verlangsamt es, lösen lässt sich der Strang nur durch eine Behandlung.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Rasche Progredienz der dauerhafte Beugefehlstellung (Kontraktur)
  • Entzündungszeichen (Differenzialdiagnose)

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Knotige Verhärtung in der Handinnenfläche, zunehmende Beugung der Finger, die nicht mehr vollständig gestreckt werden können. Meist schmerzlos.

Dehnen

Sanfte passive Fingerstreckung kann Fortschreiten verlangsamen.

Alkohol & Rauchen

Beides fördert das Fortschreiten.

Handschuhe

Schutzhandschuhe bei körperlicher Arbeit reduzieren Vibrations-Exposition.

Verlaufskontrolle

Regelmäßige Kontrolle, optimalen Behandlungszeitpunkt nicht verpassen.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Diagnose (Tabletop-Test). Messung der dauerhafte Beugefehlstellung (Kontraktur) in Grad.

Konservative Maßnahmen

Durchtrennung der Stränge mit einer Nadel oder Kollagenaseinjektion bei dauerhafte Beugefehlstellung (Kontraktur) 30–60°. Keine vollständige Rückbildung durch Dehnen.

Operative Optionen

operative Entfernung des verhärteten Bindegewebes bei dauerhafte Beugefehlstellung (Kontraktur) über 30–45° am Fingergrundgelenk oder jeder PIP-dauerhafte Beugefehlstellung (Kontraktur). Hohe Rezidivrate bekannt.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Passive Fingerstreckung

Dehnung
2–3× täglich3× 30 Sek. je Finger

Ausgangsposition

Sitzend

Durchführung

Betroffenen Finger sanft in Streckung halten. Kein aggressives Zerren.

Kann Fortschreiten verlangsamen – nicht umkehren.
2

Finger-Spreizen

Mobilität
1× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Hand entspannt

Durchführung

Alle Finger aktiv spreizen und schließen.

Erhält Mobilität.
3

Griff-Training

Kraft
1× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Weicher Ball

Durchführung

Sanftes Quetschen. Erhält Handkraft für den Alltag.

Kein Schmerz.

Detaillierte Anleitung: Dupuytren-dauerhafte Beugefehlstellung (Kontraktur)

Für dieses Krankheitsbild liegt derzeit keine geprüfte, frei zugängliche Übungsanleitung einer Fachgesellschaft vor. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bzw. eine Physio- oder Ergotherapeutin stellt Ihnen ein individuell passendes Übungsprogramm zusammen.

Häufige Fragen

Kann ich die dauerhafte Beugefehlstellung (Kontraktur) selbst behandeln?
Dehnen verlangsamt Fortschreiten, kann aber nicht umkehren. Medizinische Behandlung (Durchtrennung der Stränge mit einer Nadel, Kollagenase, OP) ist für Korrektur nötig.
Was ist die Durchtrennung der Stränge mit einer Nadel?
Minimale-invasive Durchtrennung der Stränge mit feiner Nadel unter Lokalanästhesie. Schnelle Erholung, aber höhere Rezidivrate als OP.
Warum so viele Männer?
Genetische Faktoren, Bindegewebsveränderungen und hormonelle Einflüsse.
Bitte vorstellen bei: Rascher Zunahme der dauerhafte Beugefehlstellung (Kontraktur) oder entzündlichen Zeichen an der Hand.
Hand & Ellenbogen

Schnappender Finger(Digitus saltans / Tendovaginitis stenosans)

Was ist das?

Beim schnappenden Finger ist die Ringband (Führungsband der Sehne) A1 (Führungsband der Beugesehne) am Metakarpalköpfchen verengt. Die Beugesehne wird beim Gleiten behindert und schnappt. Häufig bei Diabetikern und nach repetitiven Tätigkeiten. Konservative Therapie oft sehr wirksam.

Zum Verständnis: Die Beugesehne gleitet normalerweise glatt durch ein Führungsband – wie ein Seil durch eine Öse. Verdickt sich die Sehne, hakt sie und springt dann durch: das typische Schnappen, wie ein Knopf, der durch ein zu enges Knopfloch rutscht.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Vollständige Sperrung in Beugestellung (akut)
  • Starke Schwellung und Überwärmung (Infekt)

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Schnappen oder Blockieren des Fingers beim Strecken. Schmerz am Grundglied. Morgens nach Schlaf oft stärker.

Wärme morgens

Warmes Wasser vor dem Aufstehen. Finger sanft mobilisieren.

Tätigkeiten anpassen

Repetitives Greifen und hartes Werkzeug reduzieren.

Schiene

Grundglied-Schiene in leichter Streckung.

Massage

Sanfte Massage über dem Ringband A1 bei leichten Formen.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Diagnose (Trigger-Phänomen palpierbar). gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) sehr wirksam.

Konservative Maßnahmen

Kortison-gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration) der Sehnenscheide (Erfolgsrate ~60–80 %). Bei Rezidiv zweite gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration).

Operative Optionen

Perkutane oder offene Ringbandspaltung. Ambulant, kurze Rehabilitation.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Finger-Strecken & Beugen

Mobilität
Mehrmals täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Hand entspannt

Durchführung

Alle Finger gleichzeitig beugen und strecken. Sanft und warmgehalten.

Wärme vorher steigert Gleitfähigkeit.
2

Einzelfinger-Bewegungsübung

Mobilität
1× täglich10 je Finger

Ausgangsposition

Hand auf Tisch

Durchführung

Jeden Finger einzeln beugen und strecken. Sanft über Schnappphänomen hinweggehen.

Nur leichter Widerstand.
3

Griffkräftigung

Kraft
1× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Weicher Ball

Durchführung

Sanftes Quetschen ohne starken Zangen-Griff.

Kein harter Griff in der Akutphase.

Detaillierte Anleitung: Schnappender Finger

Für dieses Krankheitsbild liegt derzeit keine geprüfte, frei zugängliche Übungsanleitung einer Fachgesellschaft vor. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bzw. eine Physio- oder Ergotherapeutin stellt Ihnen ein individuell passendes Übungsprogramm zusammen.

Häufige Fragen

Wie wirksam ist eine Kortison-gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration)?
Sehr wirksam – Erfolgsraten von 60–80 % in Studien. Bei Diabetikern etwas geringer.
Ist eine OP immer nötig?
Nein. OP bei Therapieresistenz, vollständiger Sperrung oder Rezidiven.
Warum morgens schlimmer?
Nächtliche Ruhehaltung und abschwellendes Gewebe macht das Gleitproblem morgens größer.
Bitte vorstellen bei: Vollständiger Blockierung des Fingers in Beugestellung oder Schwellung/Fieber.
Hand & Ellenbogen

Rhizarthrose(Daumensattelgelenk-Arthrose)

Was ist das?

Die Rhizarthrose ist die Arthrose des Daumensattelgelenks (Daumensattelgelenk) – die häufigste Handarthrose. Frauen sind deutlich häufiger betroffen, besonders postmenopausal. Der Daumen ist für 40–50 % der Handfunktion verantwortlich.

Zum Verständnis: Das Daumensattelgelenk ist wie ein Sattel, auf dem der Daumen in alle Richtungen kippt – es ermöglicht den kräftigen Griff. Nutzt sich dieser Sattel ab, schmerzt jedes Zugreifen und Aufschrauben. Eine Schiene entlastet den Sattel gezielt.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Starke Schwellung und Überwärmung (Gicht / Infektion)
  • Akuter Kraftverlust nach Trauma

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Schmerzen an der Daumenbasis beim Greifen (Schlüssel-, Pinzettengriff), Drehen (Glas aufschrauben), Schwäche beim Halten.

Schiene

Rhizarthrose-Schiene entlastet Daumensattelgelenk, besonders nachts oder bei Belastung.

Griffhilfen

Verbreiterte Griffe reduzieren Hebelkräfte auf das Sattelgelenk.

Wärme

Wärme vor Belastung. Paraffinbäder sehr beliebt.

Ergonomie

Elektrische Geräte statt Handkraftaufwand (Dosenöffner, etc.).

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung (Grindtest), Röntgen Daumensattelgelenk (Eaton I–IV).

Konservative Maßnahmen

Schiene, Ergotherapie, gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen) (Kortison, Hyaluronsäure).

Operative Optionen

Entfernung eines Handwurzelknochens (Trapezektomie) ± Suspensionsplastik. Gute Langzeitergebnisse.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Daumen-Opposition

Kraft
2× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Hand entspannt

Durchführung

Daumen zu jedem Finger tippen (Opposition). Therapieton als Widerstand möglich.

Schmerz begrenzen.
2

Griffkräftigung

Kraft
1× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Weicher Ball

Durchführung

Sanftes Quetschen ohne starken Pinzettendruck auf Daumen.

Kein Zangen-Griff in der Akutphase.
3

Handgelenk-Bewegungsübung

Mobilität
1× täglich10 je Richtung

Ausgangsposition

Unterarm auf Tisch

Durchführung

Handgelenk aktiv bewegen. Erhält Restmobilität.

Kein Schmerz im Sattelgelenk.

Detaillierte Anleitung: Rhizarthrose

Für dieses Krankheitsbild liegt derzeit keine geprüfte, frei zugängliche Übungsanleitung einer Fachgesellschaft vor. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bzw. eine Physio- oder Ergotherapeutin stellt Ihnen ein individuell passendes Übungsprogramm zusammen.

Häufige Fragen

Kann ohne OP behandelt werden?
Ja – viele Patienten kommen über Jahre mit konservativen Maßnahmen gut zurecht.
Wann ist eine OP sinnvoll?
Bei erheblicher Einschränkung und fehlender Besserung. Entfernung eines Handwurzelknochens (Trapezektomie) ist eine der erfolgreichsten Handoperationen.
Warum häufiger Frauen?
Hormonelle Faktoren, anatomische Unterschiede und Nutzungsmuster.
Bitte vorstellen bei: Starker Schwellung, Überwärmung oder akutem Kraftverlust nach Trauma.
Hand & Ellenbogen

Handgelenksarthrose

Was ist das?

Die Handgelenksarthrose betrifft das Radiokarpalgelenk oder die Handwurzelgelenke und entsteht oft posttraumatisch (nach körperferner Radiusfraktur, Skaphoidpseudarthrose) oder idiopathisch. Sie führt zu Schmerzen, Steifheit und Kraftminderung.

Zum Verständnis: Das Handgelenk besteht aus vielen kleinen Knochen, die wie Kieselsteine gegeneinander gleiten. Nutzt sich der Knorpel ab, wird das Gleiten rau und schmerzhaft – besonders beim Aufstützen, das den ganzen Stein-Stapel belastet.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Starke Schwellung nach Trauma (Fraktur ausschließen)
  • Rasche Zunahme der Bewegungseinschränkung

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Handgelenkschmerzen belastungsabhängig, Steifheit, Kraftminderung. Schmerz beim Aufstützen, Drehen und Heben.

Schiene

Handgelenkschiene bei Belastung und nachts entlastet das Gelenk.

Ergonomie

Handgelenk-belastende Tätigkeiten anpassen. Ergonomische Hilfsmittel.

Wärme

Paraffinbäder und Wärme vor Belastung lindern Steifheit.

Griffhilfen

Verbreiterte Griffe reduzieren Hebelkräfte.

Was wir in der Praxis tun

Röntgen stehend, CT bei posttraumatischer Arthrose. Klinische Untersuchung.

Konservative Maßnahmen

Schiene, Ergotherapie, gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen), Schmerztherapie.

Operative Optionen

gezielte Ausschaltung von Schmerznerven (Teildenervation des Handgelenks), Handgelenk-TEP oder Gelenkversteifung (Arthrodese) bei schwerer Arthrose.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Handgelenk-Bewegungsübung

Mobilität
1–2× täglich10 je Richtung

Ausgangsposition

Unterarm auf Tisch, Hand hängend

Durchführung

Aktive Beugung, Streckung, Seitwärtsbewegung in schmerzfreiem Bereich.

Keine Belastung, nur Bewegung.
2

Unterarm-Drehung

Mobilität
1× täglich10 je Richtung

Ausgangsposition

Unterarm auf Tisch, Ellbogen 90°

Durchführung

Unterarm langsam drehen (Pro- und Auswärtsdrehung).

Fördert Gelenkernährung.
3

Griffkräftigung

Kraft
1× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Weicher Ball

Durchführung

Sanftes Quetschen bei neutralem Handgelenk.

Kein Schmerz. Bei Arthrose oft nur geringer Widerstand möglich.

Detaillierte Anleitung: Handgelenksarthrose

Für dieses Krankheitsbild liegt derzeit keine geprüfte, frei zugängliche Übungsanleitung einer Fachgesellschaft vor. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bzw. eine Physio- oder Ergotherapeutin stellt Ihnen ein individuell passendes Übungsprogramm zusammen.

Häufige Fragen

Was ist Handgelenk-gezielte Ausschaltung von Schmerznerven?
Durchtrennung schmerzvermittelnder Nerven am Handgelenk. Erhält Beweglichkeit und Funktion bei guter Schmerzreduktion.
Ist eine Handgelenks-TEP sinnvoll?
Bei ausgewählten Patienten ja. Höhere Komplikationsrate als Hüft- oder Knie-TEP – individuelle Entscheidung.
Welche Aktivitäten kann ich machen?
Schwimmen und Radfahren meist gut. Aktivitäten mit starkem Handgelenkstress (Kampfsport, schweres Heben) einschränken.
Bitte vorstellen bei: Starker Schwellung nach Trauma, plötzlicher Verschlechterung oder Taubheit in Fingern.
Hand & Ellenbogen

Epicondylitis lateralis(Tennisarm)

Was ist das?

Die außenseitige Epicondylitis ist eine Sehnenansatz-Reizung der Unterarmextensoren am äußerer Ellenbogenknochen. Trotz des Namens häufiger bei Menschen mit repetitiven Greif- und Handgelenksbewegungen im Alltag und Beruf als bei Tennisspielern. In den meisten Fällen gut konservativ behandelbar.

Zum Verständnis: Am äußeren Ellenbogen setzen die Muskeln an, die das Handgelenk strecken. Durch ständiges Greifen reizt sich dieser Ansatz – wie ein Seil, das immer an derselben Stelle über eine Kante scheuert. Trotz des Namens trifft es meist keine Tennisspieler.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Plötzlicher Kraftverlust nach Trauma (Sehnenriss)
  • Starke Schwellung oder Überwärmung
  • Taubheit im Arm (Nervenkompressionssyndrom ausschließen)

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Schmerz am außenseitigen Ellenbogen ausstrahlend in den Unterarm. Schmerz beim Greifen, Handgelenk-Streckung und Auswärtsdrehung. Kraftminderung.

Belastung reduzieren

Repetitive Greifbewegungen temporär reduzieren.

Ergonomie

Mausposition, Griffstärke, Werkzeugwahl anpassen.

Bandage

Unterarm-Epicondylitis-Bandage kann die Muskel-Ursprungs-Spannung reduzieren.

Kühlung

Nach Belastung 10–15 Min. auf den äußerer Ellenbogenknochen.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Diagnose (Thomsen-Test), Ultraschall bei längerem Verlauf.

Konservative Maßnahmen

Bremsend-nachgebendes Training, Stoßwellentherapie (gute Evidenz für chronische Form), gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen).

Operative Optionen

Selten – nach 6–12 Monaten erfolgloser konservativer Therapie arthroskopisches oder offenes Abtragung von geschädigtem Gewebe.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Bremsend-nachgebendes Handgelenkstrecken

Kraft
2× täglich3× 15 Wdh.

Ausgangsposition

Unterarm auf Tisch, Hand über Kante, Handrücken oben

Durchführung

Handgelenk mit leichtem Gewicht (0,5–1 kg) bremsend-nachgebend absenken. Konzentrisch mit Gegenhand zurück.

Anfangs Schmerz bis VAS 5 akzeptiert.
2

Unterarm-Dehnung (Extensoren)

Dehnung
Mehrmals täglich3× 30 Sek.

Ausgangsposition

Arm gestreckt, Handgelenk in Beugung

Durchführung

Handrücken mit Gegenhand sanft nach unten drücken bis Dehnung im Unterarm.

Kein starker Schmerz.
3

Grip-Training

Kraft
1× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Weicher Ball

Durchführung

Sanftes Quetschen. Ausgleich zur reinen Extensoren-Belastung.

Nicht als Haupttraining.

Detaillierte Anleitung: Epicondylitis lateralis

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Übungsprogramm bei Tennis-/Golferarm (engl., mit Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Warum verschlechtert Kortison langfristig?
Kortison wirkt kurzfristig sehr gut. Studien zeigen aber, dass nach 6–12 Monaten die Gruppe ohne Kortison besser abschneidet. Wiederholte Injektionen in die Sehne vermeiden.
Hilft Stoßwellentherapie?
Für chronische Epicondylitis (>3 Monate) gute Evidenz – besonders in Kombination mit exzentrischem Training.
Wann ist eine OP nötig?
Selten – nach 6–12 Monaten erfolgloser Therapie.
Bitte vorstellen bei: Plötzlichem Kraftverlust nach Trauma, starker Schwellung oder Kribbeln/Taubheit im Arm.
Hand & Ellenbogen

Epicondylitis medialis(Golferarm)

Was ist das?

Die innenseitige Epicondylitis ist eine Sehnenansatz-Reizung der Unterarmflexoren am innerer Ellenbogenknochen. Seltener als der Tennisarm, aber ähnliche Mechanismen. Wichtige Differenzialdiagnose: Kubitaltunnelsyndrom (der Ellennerv liegt direkt benachbart).

Zum Verständnis: Wie der Tennisarm, nur an der Innenseite des Ellenbogens: Hier setzen die beugenden Unterarmmuskeln an. Wiederholtes Greifen und Drehen reizt den Ansatz – das Seil scheuert diesmal an der inneren Kante.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Taubheit in Ring- und Kleinfinger (Ellennerv – Kubitaltunnel ausschließen)
  • Plötzlicher Kraftverlust nach Trauma
  • Starke Schwellung

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Schmerz am innenseitigen Ellenbogen, in den Unterarm ausstrahlend. Schmerz beim Greifen und Handgelenk-Beugung. Verstärkt bei Einwärtsdrehung.

Belastung

Repetitives Greifen und Drehen reduzieren.

Bandage

Unterarm-Bandage auf dem Muskelbauch.

Kühlung

Nach Belastung 10–15 Min.

Ergonomie

Griffstärke und Werkzeugwahl anpassen.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Diagnose. Nerven- und Muskelmessung (Nervenleitmessung/Muskelstrommessung) zum Ausschluss Kubitaltunnel.

Konservative Maßnahmen

Bremsend-nachgebendes Training, Stoßwellentherapie, gezielte Spritzenbehandlung (Infiltrationen).

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Bremsend-nachgebendes Handgelenksbeugen

Kraft
2× täglich3× 15 Wdh.

Ausgangsposition

Unterarm auf Tisch, Handfläche oben

Durchführung

Handgelenk mit Gewicht bremsend-nachgebend strecken. Konzentrisch mit Gegenhand zurück.

Anfangs moderater Schmerz akzeptiert.
2

Unterarm-Dehnung (Flexoren)

Dehnung
Mehrmals täglich3× 30 Sek.

Ausgangsposition

Arm gestreckt, Handfläche oben

Durchführung

Finger und Handgelenk in Strecken nach oben drücken bis Dehnung Unterarm innen.

Sanft und langsam.
3

Unterarm-Drehung

Mobilität
1× täglich10 je Richtung

Ausgangsposition

Unterarm auf Tisch

Durchführung

Pro- und Auswärtsdrehung mit kleinem Gewicht.

Fördert kontrollierte Belastung.

Detaillierte Anleitung: Epicondylitis medialis

Geprüfte Übungsanleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Übungsprogramm bei Tennis-/Golferarm (engl., mit Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Unterschied Tennisarm vs. Golferarm?
Tennisarm: außenseitiger Ellenbogen, Extensoren. Golferarm: innenseitiger Ellenbogen, Flexoren.
Muss ich den Sport aufgeben?
Nein – Technik überprüfen, Belastung anpassen, nicht aufgeben.
Warum ist Ellennerv (N. ulnaris) wichtig?
Er verläuft direkt hinter dem innenseitigen Epicondylus. Bei Kribbeln in Ring-/Kleinfinger: Kubitaltunnel ausschließen.
Bitte vorstellen bei: Taubheit in Ring- und Kleinfinger, Schwäche beim Greifen oder fehlendem Ansprechen auf konservative Therapie.
Hand & Ellenbogen

Ganglion(Überbein)

Was ist das?

Ein Ganglion ist eine mit gallertiger Flüssigkeit gefüllte Pseudozyste aus der Gelenkkapsel oder einer Sehnenscheide. Häufigster gutartiger Weichteiltumor der Hand. Häufigste Lokalisation: dorsal am Handgelenk. In etwa 50 % der Fälle spontane Rückbildung möglich.

Zum Verständnis: Ein Ganglion ist wie eine kleine, mit Gel gefüllte Blase, die aus der Gelenkkapsel hervorquillt – ähnlich einer Ausstülpung an einem überdehnten Fahrradschlauch. Oft harmlos, häufig bildet es sich von selbst zurück.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Rasche Größenzunahme
  • Kribbeln oder Taubheit (Nervenkompression)
  • Harte Konsistenz (Differenzialdiagnose)

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Sichtbare, prall-elastische Schwellung am Handgelenk. Druckschmerzhaft. Kann Handgelenk-Beweglichkeit einschränken.

Beobachten

Viele Ganglien bilden sich spontan zurück. Abwartend bei beschwerdearmem Verlauf.

Druck meiden

Keine direkte Druckbelastung auf das Ganglion.

Schiene

Handgelenkschiene bei schmerzhaftem Ganglion.

Keine Eigenbehandlung

Das frühere "Bibel-Quetschen" ist wegen Verletzungsgefahr nicht empfohlen.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Diagnose, Ultraschall. MRT bei atypischer Lokalisation.

Konservative Maßnahmen

Abwarten (50 % spontane Rückbildung), Punktion (hohe Rezidivrate), Kortison-gezielte Spritzenbehandlung (Infiltration).

Operative Optionen

Arthroskopische oder offene Resektion. Rezidivrate ~20 %.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Handgelenk-Bewegungsübung

Mobilität
1× täglich10 je Richtung

Ausgangsposition

Unterarm auf Tisch

Durchführung

Aktive Beugung, Streckung, Seitwärts in schmerzfreiem Bereich.

Kein Druck auf das Ganglion.
2

Finger-Spreizen

Mobilität
Mehrmals täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Hand entspannt

Durchführung

Finger aktiv spreizen und zusammenführen.

Sanft.
3

Leichte Griffkräftigung

Kraft
1× täglich15 Wdh.

Ausgangsposition

Weicher Ball

Durchführung

Sanftes Quetschen wenn schmerzfrei möglich.

Kein Handgelenkstress.

Detaillierte Anleitung: Ganglion

Für dieses Krankheitsbild liegt derzeit keine geprüfte, frei zugängliche Übungsanleitung einer Fachgesellschaft vor. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bzw. eine Physio- oder Ergotherapeutin stellt Ihnen ein individuell passendes Übungsprogramm zusammen.

Häufige Fragen

Muss ich ein Ganglion entfernen lassen?
Nein – wenn es keine Beschwerden macht oder spontan kleiner wird, ist keine Behandlung nötig.
Kommt es nach OP wieder?
Arthroskopische OP: ~10–15 % Rezidivrate. Offene Resektion: ~20 %. Punktion: ~60 %.
Kann ein Ganglion gefährlich sein?
Ganglien sind gutartig. Bei Nervenkompression mit Kribbeln bitte vorstellen.
Bitte vorstellen bei: Rascher Größenzunahme, Kribbeln/Taubheit in der Hand oder harter Konsistenz der Schwellung.
Sportverletzungen

Muskelfaserriss & Muskelzerrung(Zerrung, Faserriss, Muskelprellung)

Was ist das?

Muskelverletzungen reichen von der harmlosen Zerrung (Überdehnung ohne Riss) über den Muskelfaserriss (einzelne Fasern reißen) bis zum Muskelbündelriss. Sie entstehen meist bei schnellen, kraftvollen Bewegungen ohne ausreichendes Aufwärmen, häufig an der hinteren Oberschenkelmuskulatur und der Wade. Die Muskelprellung dagegen entsteht durch einen direkten Schlag von außen.

Zum Verständnis: Ein Muskel ist wie ein Bündel elastischer Gummibänder. Eine Zerrung ist eine Überdehnung dieser Bänder, ein Faserriss bedeutet, dass einige Bänder gerissen sind. Je mehr Bänder reißen, desto länger dauert die Reparatur.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Hörbarer Knall mit sofortigem Funktionsverlust (kompletter Riss)
  • Tastbare Delle oder Lücke im Muskel
  • Starke, rasch zunehmende Schwellung mit prallem Spannungsgefühl (Muskelblutung / Kompartmentsyndrom)
  • Taubheit oder Kältegefühl unterhalb der Verletzung

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Plötzlicher stechender Schmerz während der Belastung, Druckschmerz, Schwellung und ggf. Bluterguss. Bewegung und Anspannung des betroffenen Muskels schmerzen. Bei der Zerrung eher krampfartig ziehend, beim Faserriss eher stechend.

PECH-Regel (akut)

Pause, Eis (kühlen, nie direkt auf der Haut), Compression (Druckverband), Hochlagern – in den ersten 24–48 Stunden. Reduziert Schwellung und Blutung.

Keine Wärme/Massage akut

In den ersten Tagen keine Wärme, kein Alkohol, keine Massage und kein Dehnen – das verstärkt die Einblutung.

Schrittweise Belastung

Nach der Akutphase frühzeitig wieder sanft bewegen. Schmerzfreie Belastung fördert die Heilung; vollständige Ruhe verzögert sie.

Aufwärmen

Vor dem Sport gründlich aufwärmen. Die meisten Muskelverletzungen passieren mit kalter, unvorbereiteter Muskulatur.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung und Ultraschall zur Unterscheidung von Zerrung, Faserriss und größerem Riss. Das bestimmt die Heilungsdauer und den Rückkehrzeitpunkt zum Sport.

Konservative Maßnahmen

Die allermeisten Muskelverletzungen heilen konservativ: PECH-Schema akut, dann stufenweiser Belastungsaufbau mit Physiotherapie, später bremsend-nachgebendes Krafttraining zur Vorbeugung von Rückfällen.

Operative Optionen

Nur bei kompletten Muskel- oder Sehnenrissen mit Funktionsverlust, vor allem bei Sportlern, wird eine Operation erwogen.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Sanfte schmerzfreie Bewegung

Mobilität
Mehrmals täglich10 Wdh.

Ausgangsposition

Je nach betroffenem Muskel, entlastete Position

Durchführung

Den betroffenen Muskel langsam und nur im schmerzfreien Bereich bewegen. Kein Dehnen in der Frühphase.

Erst beginnen, wenn die akute Schwellung zurückgeht.
2

Statische Anspannung (isometrisch)

Kraft
1–2× täglich5× 10 Sek.

Ausgangsposition

Muskel in entspannter Mittelstellung

Durchführung

Den Muskel sanft anspannen ohne Bewegung, kurz halten, lösen. Sehr niedrige Intensität.

Nur wenn schmerzfrei möglich. Intensität langsam steigern.
3

Bremsend-nachgebendes Krafttraining

Kraft
Nach Heilungsfortschritt3× 10–12 Wdh.

Ausgangsposition

Je nach Muskel, z.B. nachgebende Kniebeuge bei Oberschenkel

Durchführung

Den Muskel langsam unter Last verlängern (bremsende Phase betonen). Erst in der Spätphase der Heilung.

Stärkster Schutz vor erneutem Riss. Mit Physiotherapeut abstimmen.

Detaillierte Anleitung: Muskelfaserriss & Muskelzerrung

Geprüfte Anleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Sportverletzungs-Prävention & Rehabilitation (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Wann darf ich wieder Sport machen?
Eine Zerrung braucht oft 1–2 Wochen, ein Faserriss 3–6 Wochen, ein größerer Riss länger. Entscheidend ist Schmerzfreiheit bei voller Kraft und Beweglichkeit – nicht der Kalender. Zu frühe Rückkehr ist die häufigste Ursache für Rückfälle.
Soll ich kühlen oder wärmen?
In den ersten 1–2 Tagen kühlen (Schwellung und Blutung bremsen). Danach kann Wärme die Durchblutung und Heilung fördern. Nie Wärme in der ganz akuten Phase.
Warum darf ich nicht sofort dehnen?
Dehnen einer frisch gerissenen Faser zieht die Wundränder auseinander und vergrößert die Einblutung. Erst nach der Akutphase und nur schmerzfrei dehnen.
Bitte vorstellen bei: Hörbarem Knall mit Funktionsverlust, tastbarer Muskellücke, stark zunehmender praller Schwellung oder Taubheit unterhalb der Verletzung.
Sportverletzungen

Bänderdehnung & Bänderriss(Distorsion, Kapselbandverletzung, „Umknicken")

Was ist das?

Bei der Distorsion („Verstauchung") werden Bänder und Gelenkkapsel über ihr normales Maß hinaus gedehnt – vom einfachen Überdehnen bis zum Teil- oder Komplettriss. Am häufigsten betroffen ist das Sprunggelenk beim Umknicken nach außen, gefolgt von Knie und Fingern. Die meisten Bänderverletzungen heilen sehr gut konservativ.

Zum Verständnis: Bänder sind wie kräftige Klebebänder, die zwei Knochen zusammenhalten und das Gelenk führen. Beim Umknicken wird dieses Klebeband überdehnt oder reißt teilweise ein – das Gelenk wird kurzzeitig instabil, bis das Band wieder verheilt ist.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Unfähigkeit, das Gelenk zu belasten oder mehr als wenige Schritte zu gehen (Bruch ausschließen)
  • Sichtbare Fehlstellung oder Ausrenkung
  • Starke sofortige Schwellung und Bluterguss
  • Taubheit, Kribbeln oder kalte, blasse Haut unterhalb der Verletzung

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Sofortiger Schmerz beim Umknicken, Schwellung, Bluterguss und Druckschmerz über dem betroffenen Band. Instabiles oder unsicheres Gefühl im Gelenk. Belastung und bestimmte Bewegungen schmerzen.

PECH-Regel (akut)

Pause, Eis, Compression (Druckverband), Hochlagern in den ersten 24–48 Stunden. Reduziert Schwellung und Schmerz wirksam.

Frühe Bewegung

Moderne Behandlung setzt auf frühe, geschützte Bewegung statt langer Ruhigstellung. Eine stützende Schiene/Orthese erlaubt sicheres Belasten.

Stützende Schiene

Eine Sprunggelenk-Orthese (z.B. Aircast) schützt das Band während der Heilung und erlaubt gleichzeitig das Gehen.

Gleichgewicht trainieren

Nach der Akutphase ist Balancetraining entscheidend – es beugt erneutem Umknicken vor, das sonst häufig ist.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung der Bandstabilität, Röntgen zum Ausschluss eines Knochenbruchs (nach festen Regeln), bei Bedarf Ultraschall oder MRT zur Beurteilung des Bandschadens.

Konservative Maßnahmen

Die meisten Bänderverletzungen – auch viele Komplettrisse am Sprunggelenk – werden konservativ behandelt: PECH akut, funktionelle Schiene, frühe Bewegung, dann gezieltes Kraft- und Gleichgewichtstraining.

Operative Optionen

Bei bestimmten Komplettrissen, anhaltender Instabilität trotz Training oder Begleitverletzungen (z.B. Kreuzband, knöcherner Bandausriss) kann eine Operation sinnvoll sein.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Gleichgewicht im Einbeinstand

Propriozeption
1× täglich3× 30 Sek. je Seite

Ausgangsposition

Einbeinig auf festem Boden, Gelenk geschützt

Durchführung

Auf einem Bein stehen und das Gleichgewicht halten. Steigerung: Augen schließen oder auf weiche Unterlage (Kissen).

Wichtigste Übung gegen erneutes Umknicken. Erst schmerzfrei beginnen.
2

Bewegung in alle Richtungen

Mobilität
Mehrmals täglich10 je Richtung

Ausgangsposition

Sitzend, Fuß frei (bei Sprunggelenk)

Durchführung

Das Gelenk sanft in alle Richtungen bewegen – im schmerzfreien Bereich. Hält die Beweglichkeit und fördert die Heilung.

Kein Forcieren in die schmerzhafte Richtung.
3

Kräftigung mit Band

Kraft
1× täglich3× 15 Wdh.

Ausgangsposition

Sitzend, elastisches Band um den Fuß bzw. das Gelenk

Durchführung

Gegen den Bandwiderstand in die verschiedenen Richtungen drücken. Stärkt die stabilisierende Muskulatur rund um das Gelenk.

Langsam steigern. Stützt das heilende Band.

Detaillierte Anleitung: Bänderdehnung & Bänderriss

Geprüfte Anleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Sportverletzungs-Prävention & Rehabilitation (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Ist ein Bänderriss schlimmer als ein Knochenbruch?
Nicht unbedingt. Viele Bänderrisse, gerade am Sprunggelenk, heilen mit funktioneller Behandlung sehr gut – oft ohne Operation. Wichtig ist, einen begleitenden Knochenbruch auszuschließen.
Wie lange dauert die Heilung?
Eine leichte Distorsion bessert sich in 1–2 Wochen, ein Bänderriss braucht meist 6–8 Wochen bis zur Belastbarkeit. Das Gleichgewichtstraining sollte mehrere Monate fortgeführt werden.
Warum knicke ich immer wieder um?
Nach einer Bandverletzung ist die Tiefenwahrnehmung des Gelenks gestört. Ohne gezieltes Gleichgewichtstraining bleibt das Gelenk unsicher – deshalb ist dieses Training so wichtig.
Bitte vorstellen bei: Unfähigkeit zu belasten, sichtbarer Fehlstellung, starker sofortiger Schwellung oder Taubheit und Kältegefühl unterhalb der Verletzung.
Sportverletzungen

Stressfraktur(Ermüdungsbruch)

Was ist das?

Eine Stressfraktur ist ein feiner Haarriss im Knochen, der durch wiederholte Überlastung entsteht – nicht durch ein einzelnes Trauma. Typisch bei Läufern und Sprungsportlern, häufig am Schienbein, Mittelfußknochen oder Oberschenkelhals. Sie entwickelt sich schleichend, wenn die Belastung schneller steigt, als sich der Knochen anpassen kann.

Zum Verständnis: Ein Knochen verhält sich wie eine Büroklammer, die man immer wieder biegt: Ein einmaliges Biegen schadet nicht, aber ständige Wiederholung erzeugt erst einen feinen Riss und schließlich einen Bruch. Der Knochen braucht Pausen, um sich zu verstärken.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Zunehmender Belastungsschmerz, der schon bei alltäglichem Gehen auftritt
  • Nachtschmerz oder Ruheschmerz
  • Schmerz am Oberschenkelhals oder vorderen Schienbein (Risiko-Lokalisationen, dringlich abklären)
  • Punktförmiger Druckschmerz direkt über dem Knochen

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Belastungsabhängiger, gut lokalisierbarer Schmerz, der zu Beginn nur bei intensiver Belastung, später schon bei geringer Belastung auftritt. Oft Schwellung über der betroffenen Stelle. Schmerz bessert sich in Ruhe.

Belastung pausieren

Die auslösende Belastung (Laufen, Springen) konsequent pausieren. Der Knochen heilt nur, wenn die Überlastung wegfällt – weiterlaufen verschlimmert den Riss.

Schmerzfreie Alternativen

Schwimmen, Aquajogging oder Radfahren halten die Fitness, ohne den Knochen zu belasten.

Belastung langsam steigern

Faustregel beim Wiedereinstieg: Trainingsumfang pro Woche um höchstens etwa 10 % steigern.

Knochengesundheit

Ausreichend Kalzium, Vitamin D und Energiezufuhr. Bei Frauen mit ausbleibender Regel und Stressfrakturen an die „RED-S"-Problematik denken (zu wenig Energie).

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung; im Röntgen ist die Stressfraktur früh oft nicht sichtbar. MRT ist die sensitivste Methode zur Früherkennung. Wichtig ist die Einteilung in risikoarme und risikoreiche Lokalisationen.

Konservative Maßnahmen

Die meisten Stressfrakturen heilen mit Belastungspause (oft 6–8 Wochen), ggf. Entlastung mit Gehstützen oder Schuh-/Schienenversorgung, gefolgt von langsam steigendem Belastungsaufbau.

Operative Optionen

Risikoreiche Stressfrakturen (z.B. bestimmte am Oberschenkelhals, vorderes Schienbein, fünfter Mittelfußknochen) können eine operative Stabilisierung erfordern.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Aquajogging / Schwimmen

Ausdauer
3–5× wöchentlich20–40 Min.

Ausgangsposition

Im Wasser

Durchführung

Laufbewegung im tiefen Wasser oder Schwimmen – hält Ausdauer und Muskulatur ohne Stoßbelastung des Knochens.

Solange die betroffene Stelle schmerzfrei bleibt.
2

Rumpf- und Hüftkräftigung

Kraft
3× wöchentlich3× 12–15 Wdh.

Ausgangsposition

Je nach Übung (z.B. Brücke, Seitstütz)

Durchführung

Rumpf und Hüfte stärken, ohne den betroffenen Knochen zu belasten. Gute Lauftechnik beginnt im Rumpf.

Keine Stoßbelastung. Schmerzfrei durchführen.
3

Stufenweiser Geh-/Lauf-Aufbau

Belastungsaufbau
Nach Freigabeprogressiv

Ausgangsposition

Ebenes Gelände, gute Schuhe

Durchführung

Nach ärztlicher Freigabe mit Gehen beginnen, dann Geh-Lauf-Wechsel, schrittweise steigern (max. ~10 % pro Woche).

Bei Wiederauftreten des Schmerzes Belastung sofort zurücknehmen.

Detaillierte Anleitung: Stressfraktur

Geprüfte Anleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Sportverletzungs-Prävention & Rehabilitation (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Warum sieht man die Stressfraktur im Röntgen nicht?
In den ersten 2–3 Wochen ist der feine Riss im Röntgen oft unsichtbar. Erst wenn der Knochen mit Heilung (Kallus) reagiert, wird er sichtbar. Das MRT zeigt die Verletzung deutlich früher.
Kann ich mit Stressfraktur weiter trainieren?
Nicht die betroffene Region belasten. Aber Sie müssen nicht inaktiv sein: Schwimmen, Aquajogging und Radfahren sind meist erlaubt, solange sie schmerzfrei bleiben.
Wie verhindere ich eine erneute Stressfraktur?
Belastung langsam steigern, auf ausreichende Energie- und Nährstoffzufuhr achten, gutes Schuhwerk, und auf frühe Warnschmerzen hören statt sie zu überlaufen.
Bitte vorstellen bei: Schmerz schon beim alltäglichen Gehen, Nacht- oder Ruheschmerz oder Schmerz am Oberschenkelhals bzw. vorderen Schienbein – diese Lokalisationen sind risikoreich.
Sportverletzungen

Posttraumatische Beschwerden & Frakturfolgen(nach Knochenbruch oder Gelenkverletzung)

Was ist das?

Nach einem verheilten Knochenbruch oder einer Gelenkverletzung bleiben häufig Beschwerden zurück: Steifigkeit, Kraftverlust, Schwellungsneigung, wetterfühlige Schmerzen oder eine beginnende Arthrose im verletzten Gelenk. Diese Frakturfolgen lassen sich mit gezielter Rehabilitation meist deutlich verbessern.

Zum Verständnis: Ein verheilter Bruch ist wie eine reparierte Straße: Die Fahrbahn trägt wieder, aber an der Reparaturstelle bleibt es oft uneben. Mit gezieltem Training „glättet" man die Bewegung wieder – und je früher, desto besser.

Warnsignale – sofort ärztlich abklären

  • Zunehmende Schwellung, Rötung und Überwärmung (Infekt oder Thrombose ausschließen)
  • Brennende, unverhältnismäßig starke Schmerzen mit Hautveränderungen (CRPS / Morbus Sudeck)
  • Erneuter starker Schmerz nach Bagatelltrauma (Refraktur)
  • Zunehmende Bewegungseinschränkung statt Besserung

Typische Beschwerden & Selbstmanagement

Steifigkeit und eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Gelenks, Kraftminderung, Belastungsschmerzen, Schwellungsneigung und Wetterfühligkeit. Oft Unsicherheit, das verletzte Körperteil wieder voll zu belasten.

Frühe Bewegung

Sobald ärztlich freigegeben, das Gelenk regelmäßig bewegen. Steifigkeit ist die häufigste Frakturfolge und entsteht durch zu langes Schonen.

Schrittweiser Kraftaufbau

Die Muskulatur baut während der Ruhigstellung ab. Gezieltes, langsam steigerndes Training baut sie wieder auf.

Schwellung managen

Hochlagern, Lymphdrainage und Kompression bei Schwellungsneigung. Bewegung pumpt die Schwellung aus.

Geduld & Belastungsaufbau

Vollständige Erholung kann Monate dauern. Belastung kontinuierlich, aber dosiert steigern statt zu früh voll zu belasten.

Was wir in der Praxis tun

Klinische Untersuchung von Beweglichkeit, Kraft und Stabilität; Röntgen zur Beurteilung der knöchernen Heilung und etwaiger beginnender Arthrose. Bei Verdacht auf CRPS rasche, spezialisierte Abklärung.

Konservative Maßnahmen

Kern der Behandlung ist die Rehabilitation: Physiotherapie zur Wiederherstellung von Beweglichkeit und Kraft, Lymphdrainage bei Schwellung, Gangschulung und schrittweiser Belastungsaufbau. Bei posttraumatischer Arthrose gelten dieselben Prinzipien wie bei Arthrose allgemein.

Operative Optionen

Bei in Fehlstellung verheilten Brüchen, störendem Osteosynthesematerial (Platten/Schrauben) oder fortgeschrittener posttraumatischer Arthrose können operative Maßnahmen sinnvoll sein.

Übungen für zu Hause

Schmerzadaptiert durchführen. Leichtes Ziehen ist normal – starker Schmerz ist Stoppsignal.

1

Beweglichkeit wiederherstellen

Mobilität
Mehrmals täglich10–15 Wdh.

Ausgangsposition

Je nach betroffenem Gelenk, entlastete Position

Durchführung

Das Gelenk sanft durch den gesamten schmerzfreien Bewegungsumfang bewegen. Täglich versuchen, den Bereich etwas zu erweitern.

Regelmäßigkeit ist wichtiger als Intensität. Fortschritt dokumentieren.
2

Schrittweiser Kraftaufbau

Kraft
1× täglich3× 12–15 Wdh.

Ausgangsposition

Je nach Gelenk, mit Band oder leichtem Gewicht

Durchführung

Die umgebende Muskulatur gegen langsam steigenden Widerstand trainieren. Beginnt mit sehr geringer Last.

Mit Physiotherapeut abstimmen. Keine ruckartigen Belastungen.
3

Gleichgewicht & Funktion

Propriozeption
1× täglich3× 30 Sek.

Ausgangsposition

Je nach Verletzung, z.B. Einbeinstand bei Bein-Frakturfolgen

Durchführung

Alltags- und sportnahe Bewegungen üben, um Sicherheit und Vertrauen in das Körperteil zurückzugewinnen.

Steigerung in Richtung der Zielaktivität (Beruf, Sport).

Detaillierte Anleitung: Posttraumatische Beschwerden & Frakturfolgen

Geprüfte Anleitung mit Videos und Illustrationen einer orthopädischen Fachgesellschaft:

AAOS OrthoInfo – Sportverletzungs-Prävention & Rehabilitation (engl., mit Video & Illustrationen)

Die Inhalte werden auf Englisch präsentiert. Eine Übersetzung kann über die Übersetzungsfunktion Ihres Browsers vorgenommen werden.

Diese Übungen stammen von der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS/OrthoInfo) – einer fachlich geprüften, vertrauenswürdigen Quelle. Kein Ersatz für individuelle ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Warum ist mein Gelenk nach dem verheilten Bruch noch steif?
Während der Ruhigstellung verkürzen sich Kapsel und Muskeln, und es bilden sich Verklebungen. Das ist normal – mit konsequenter Bewegungstherapie lässt sich die Beweglichkeit meist weitgehend zurückgewinnen.
Was ist CRPS / Morbus Sudeck?
Eine seltene, aber ernste Schmerzkrankheit nach Verletzungen mit brennenden Schmerzen, Schwellung und Hautveränderungen, die nicht zur Verletzung passen. Sie braucht eine rasche, spezialisierte Behandlung – bei solchen Zeichen bitte zeitnah vorstellen.
Bekomme ich nach einem Gelenkbruch immer Arthrose?
Nicht zwangsläufig. Ein Bruch, der das Gelenk betrifft, erhöht das Arthroserisiko, aber gute Beweglichkeit, Muskelkraft und ein gesundes Gewicht verzögern oder mildern Beschwerden deutlich.
Bitte vorstellen bei: Zunehmender Schwellung mit Rötung und Überwärmung, brennenden Schmerzen mit Hautveränderungen (CRPS), erneutem starken Schmerz nach Bagatelltrauma oder zunehmender Bewegungseinschränkung.
Wichtiger Hinweis

Disclaimer

Die Inhalte dieser Website dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen in keinem Fall eine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle Behandlung. Jede medizinische Entscheidung sollte immer in Absprache mit einer qualifizierten Ärztin oder einem qualifizierten Arzt getroffen werden.

Alle beschriebenen Übungen und Empfehlungen sind allgemeine Hinweise für Menschen ohne akute Verletzung. Sie sollen schmerzadaptiert und unter Beachtung des eigenen Körpergefühls durchgeführt werden. Bei starken Schmerzen, neu aufgetretenen neurologischen Symptomen, nach einem Unfall oder bei Unsicherheit über Ihre Diagnose ist eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich. Es werden keine Heilversprechen gegeben.

Für externe Inhalte – insbesondere verlinkte Übungsanleitungen – wird eine sorgfältige Auswahl nach fachlichen Kriterien vorgenommen. Es wird jedoch keine Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität dieser Inhalte übernommen.

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Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG

Vitali Fofanov
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
derzeit beschäftigt bei:
AMEOS Poliklinikum Fehmarn
Mummendorfer Weg 12
D-23769 Fehmarn

Kontakt

Telefon: +49 4371 504130
Terminvereinbarung: AMEOS Poliklinikum Fehmarn

Berufsrechtliche Angaben

Berufsbezeichnung: Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
(verliehen in der Bundesrepublik Deutschland)

Lebenslange Arztnummer (LANR): 700835310

Zuständige Kammer: Ärztekammer Schleswig-Holstein
Zuständige Kassenärztliche Vereinigung: KV Schleswig-Holstein (KV SH)

Aufsichtsbehörde

Ärztekammer Schleswig-Holstein
Bismarckallee 8–12
23795 Bad Segeberg
www.aeksh.de

Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KV SH)
www.kvsh.de

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Vitali Fofanov (Anschrift wie oben)

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Vitali Fofanov, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
derzeit beschäftigt bei: AMEOS Poliklinikum Fehmarn, Mummendorfer Weg 12, D-23769 Fehmarn
Telefon: +49 4371 504130

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Schlaf & Regeneration

Schlaf & Regeneration

Worauf es ankommt

Schlaf ist die wichtigste Regenerationsphase des Körpers und ein starker Faktor, der das Schmerzempfinden beeinflusst. Schlechter Schlaf senkt die Schmerzschwelle und verstärkt muskuläre Verspannungen. Sieben bis neun Stunden sind das Ziel.

Matratze

Mittelharte Matratzen schneiden in Studien zur Rückengesundheit am besten ab – nicht zu weich, nicht zu hart. Faustregel: Die Wirbelsäule bleibt in Seitenlage gerade. Matratze alle 8–10 Jahre erneuern.

Schlafposition

Seitenlage mit Kissen zwischen den Knien entlastet Hüfte und Lendenwirbelsäule. Rückenlage mit kleiner Rolle unter den Knien ist ebenfalls günstig. Bauchlage belastet die Halswirbelsäule und sollte vermieden werden.

Kissen

Nackenkissen in der richtigen Höhe: In Seitenlage füllt es den Abstand zwischen Ohr und Schulter, damit die Halswirbelsäule gerade bleibt. Kein großes, dickes Kopfkissen.

Schlafhygiene

Feste Schlafzeiten, kühles dunkles Zimmer, kein Bildschirm 30–60 Min. vor dem Schlafen. Koffein nur bis zum frühen Nachmittag. Regelmäßigkeit ist wirksamer als Einzelmaßnahmen.

Haltung & Muskuläre Balance

Haltung & Muskuläre Balance

Worauf es ankommt

Es gibt keine einzige perfekte Haltung – die beste Haltung ist die nächste. Entscheidend ist Abwechslung und ein muskuläres Gleichgewicht zwischen vorderer und hinterer Muskelkette. Langes Sitzen verkürzt Hüftbeuger und Brustmuskeln und schwächt Gesäß und obere Rückenmuskulatur.

Dynamisches Sitzen

Haltung alle 30–45 Min. wechseln. Aufstehen, strecken, kurz gehen. Kein statisches Verharren – Bewegung ist wichtiger als die ideale Sitzposition.

Typische Dysbalancen ausgleichen

Verkürzt sind meist Brustmuskeln und Hüftbeuger; abgeschwächt sind Gesäß, untere Trapezius und tiefe Bauchmuskeln. Gezielt dehnen, was verkürzt ist, und kräftigen, was schwach ist.

Übungen

Brustdehnung am Türrahmen, Hüftbeuger-Dehnung im Ausfallschritt, Schulterblatt-Einzug (Rudern), Glute Bridge und Bird-Dog – 3–4× pro Woche je 10 Minuten genügen für einen spürbaren Effekt.

Alltag

Handy auf Augenhöhe statt Kopf senken. Beim Stehen Gewicht gleichmäßig auf beide Beine. Schwere Taschen wechselseitig tragen oder Rucksack nutzen.

Schuhwerk & Einlagenversorgung

Schuhwerk & Einlagenversorgung

Worauf es ankommt

Das richtige Schuhwerk entlastet die Gelenke der gesamten unteren Körperkette – von den Füßen über Knie und Hüfte bis zur Wirbelsäule. Einlagen sind kein Standard für jeden, sondern eine gezielte Maßnahme bei nachgewiesener Fehlstellung oder Fehlbelastung.

Dämpfung

Gut gedämpfte Sohlen reduzieren die Stoßbelastung beim Gehen und Laufen – besonders wichtig bei Arthrose von Knie, Hüfte oder Sprunggelenk. Harte, flache Sohlen auf hartem Boden meiden.

Passform

Ausreichend breite Vorfußbox (besonders bei Hallux valgus), fester Fersenhalt, flexible Abrollzone. Keine dauerhaft hohen Absätze – sie verlagern die Last in den Vorfuß und begünstigen ein Hohlkreuz.

Einlagen – was und wofür

Einlagen korrigieren oder unterstützen den Fuß: Längsgewölbestützen bei Knick-Senkfuß, Weichbettung bei Druckschmerz, Pufferabsätze bei Fersensporn, Versteifung (Rigidus-Feder) bei Hallux rigidus.

Individuelle Beratung

Ob und welche Einlage sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Ein Orthopäde oder ein Orthopädieschuhtechniker kann Sie nach Untersuchung und Ganganalyse individuell beraten und versorgen.

Fitness & Bewegung

Fitness & Bewegung

Worauf es ankommt

Bewegung kann zu Medizin werden. Regelmäßiges Training ist eine der wirksamsten Maßnahmen überhaupt, um Alterungsprozesse zu verlangsamen, Schmerzen zu reduzieren und die Selbstständigkeit bis ins hohe Alter zu erhalten. Kein Medikament wirkt so breit wie körperliche Aktivität.

Wogegen es hilft

Bewegung senkt nachweislich das Risiko für Arthrosebeschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2, Osteoporose, Demenz, Depression und mehrere Krebsarten. Sie verbessert Schlaf, Stimmung und Schmerzregulation.

Priorität 1: Kraft

Muskelaufbau ist die wichtigste Säule. Muskelmasse schützt Gelenke, stabilisiert die Wirbelsäule und wirkt dem altersbedingten Muskelabbau (altersbedingter Muskelabbau) entgegen. 2–3× pro Woche Krafttraining.

Priorität 2: Ausdauer & Koordination

Moderate Ausdauer (Gehen, Radfahren, Schwimmen) stärkt Herz und Kreislauf. Koordinations- und Gleichgewichtsübungen beugen Stürzen vor – mit dem Alter zunehmend wichtig.

Priorität 3: Beweglichkeit

Stretching und Bewegungsübung erhalten den Bewegungsumfang und ergänzen Kraft und Ausdauer. WHO-Empfehlung: mindestens 150 Min. moderate Bewegung pro Woche plus 2× Krafttraining.

Ergonomie im Alltag

Ergonomie im Alltag

Worauf es ankommt

Kleine Anpassungen an Arbeitsplatz und Alltagsbewegungen haben über Jahre einen großen Effekt auf die Gelenk- und Wirbelsäulengesundheit. Ziel ist nicht die perfekte Haltung, sondern die Vermeidung dauerhafter Fehlbelastung.

Bildschirmarbeitsplatz

Monitoroberkante auf Augenhöhe, Bildschirm eine Armlänge entfernt. Unterarme waagerecht, Füße flach auf dem Boden oder Fußstütze. Höhenverstellbarer Tisch mit Wechsel zwischen Sitzen und Stehen ideal.

Richtig heben

Aus den Beinen heben, nicht aus dem Rücken: in die Knie gehen, Last nah am Körper, Rumpf anspannen, gerader Rücken. Keine Drehbewegung unter Last.

Tragen

Lasten gleichmäßig verteilen, Rucksack statt einseitiger Tasche. Schwere Einkäufe auf beide Hände aufteilen. Rollkoffer und Trolleys nutzen.

Bewegungspausen

Alle 30–45 Min. Position wechseln und kurz aktiv werden. Telefonate im Stehen oder Gehen. Treppe statt Aufzug. Bewegung in den Alltag integrieren statt sie aufzuschieben.

Gewicht & Ernährung

Gewicht & Ernährung

Worauf es ankommt

Körpergewicht und Ernährung beeinflussen Gelenkbelastung und Entzündungsneigung direkt. Jedes Kilogramm weniger entlastet Knie und Hüfte mehrfach. Es geht nicht um kurzfristige Diäten, sondern um dauerhaft tragfähige Gewohnheiten.

Zuckermanagement

Zucker und stark verarbeitete Kohlenhydrate (Weißmehl, Softdrinks, Süßigkeiten) fördern Übergewicht und stille Entzündungsprozesse. Reduktion von zugesetztem Zucker ist einer der wirksamsten Einzelschritte.

Fleisch in Maßen

Rotes und verarbeitetes Fleisch sparsam. Mehr pflanzliche Proteine, Fisch und Hülsenfrüchte. Eine überwiegend pflanzenbetonte, mediterrane Kost wirkt entzündungshemmend und ist gut für Gelenke und Herz.

Intervallfasten

Zeitlich begrenztes Essen (z.B. 16:8) kann beim Gewichtsmanagement und der Stoffwechselgesundheit helfen. Wichtig: individuell passend und nicht bei bestimmten Vorerkrankungen – im Zweifel ärztlich abklären.

Grundprinzipien

Viel Gemüse, ausreichend Eiweiß für den Muskelerhalt, gesunde Fette (Olivenöl, Nüsse, Fisch), ausreichend trinken. Realistische, dauerhafte Umstellung schlägt jede kurzfristige Crash-Diät.

VF
Über mich

Vitali Fofanov

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Ich verfüge über umfassende klinische Erfahrung in der konservativen und operativen Versorgung des gesamten Bewegungsapparats. Mein Schwerpunkt liegt auf der individuellen, konservativen Therapie – mit dem Anspruch, Beschwerden gezielt zu behandeln, operative Eingriffe wo immer möglich zu vermeiden und die Beweglichkeit sowie Lebensqualität meiner Patientinnen und Patienten nachhaltig zu erhalten.

Klinischer Hintergrund

Meine Ausbildung führte mich durch ein regionales Traumazentrum, spezialisierte Kliniken für Versorgung mit künstlichen Gelenken sowie Stationen in der Notfallversorgung und Intensivmedizin – ein breites Fundament, das mir ermöglicht, auch komplexe Beschwerdebilder sicher einzuordnen und zu behandeln. Ich bin regelmäßig in Fort- und Weiterbildungen der DGOU, AO Foundation und des BVOU aktiv.

Mein Ansatz

Prävention vor Operation – diesen Grundsatz lebe ich in meiner täglichen Arbeit. Neben gezielten gezielte Spritzenbehandlungen, physiotherapeutischen Empfehlungen und Hilfsmittelversorgung interessiere ich mich besonders für präventive und sportmedizinische Maßnahmen, um Beschwerden frühzeitig zu begegnen und Risikofaktoren zu minimieren.

Alle Inhalte: medizinisch geprüft · evidenzbasiert · aktualisiert Juni 2026
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Alle beschriebenen Übungen und Empfehlungen sind allgemeine Hinweise für Menschen ohne akute Verletzung oder ungeklärte Beschwerden. Sie sollen schmerzadaptiert und unter Beachtung des eigenen Körpergefühls durchgeführt werden. Bei starken Schmerzen, neu aufgetretenen neurologischen Symptomen (Taubheit, Schwäche, Lähmung), nach einem Unfall, bei Unsicherheit über Ihre Diagnose oder bei Verschlechterung bestehender Beschwerden ist eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich. Es werden keine Heilversprechen gegeben.

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